Wenn dir das hier gefiel …
Passagier 23
Key Facts
Kritik
Schon das erste Kapitel hat mich erwischt: diese Mischung aus salziger Luft, funkensprühender Paranoia und dem dumpfen Schmerz eines Vaters, der seine Familie verloren hat. Man steigt in dieses Buch ein wie in ein verrauschtes Kreuzfahrtfoto — und plötzlich ist man mittendrin in einem Albtraum, aus dem man nicht mehr auftaucht.
Worum geht’s?
Martin Schwartz, Polizeipsychologe und zerbrochener Mensch, versucht seit dem mysteriösen Verlust von Frau und Sohn, sein Leben zusammenzuhalten. Ein Hinweis führt ihn zurück an Bord der „Sultan of the Seas“ — jenes Schiff, das seine Welt zerstört hat. Kurz darauf taucht ein vermisstes Mädchen wieder auf, mit dem Teddy seines Sohnes im Arm. Fitzek spielt hier mit einem realen, beunruhigenden Phänomen: Menschen verschwinden auf Kreuzfahrten spurlos. Mehr verrate ich nicht — Spannung soll ja bleiben.
Figuren & Stil
Martin ist kein Superheld, sondern ein kaputter, glaubhafter Protagonist, dessen Ängste und Abgründe Fitzek mit viel Gefühl schildert. Die Nebenfiguren sind bunt, manchmal nah an einer Karikatur — aber oft genug funktionieren sie perfekt als Katalysatoren für die Handlung. Fitzeks Stil ist kurzatmig, knapp und effizient: Kapitel, die wie kleine Drop-Infos zünden, Tempo, das kaum nachlässt, und Wendungen, die einen immer wieder neu orientieren. Ich musste oft schlucken, gelegentlich auch den Atem anhalten — genau so muss ein Psycho-Thriller wirken.
Was mir gefallen hat
- Die Atmosphäre: beklemmend, klaustrophobisch, mit einer konstanten Dosis Meeresrauschen als Begleitgeräusch im Kopf.
- Das Tempo: kaum Durchatmen möglich, ideal für Leser:innen, die auf Nervenkitzel stehen.
- Die emotionale Tiefe, die hinter dem Thriller-Gerüst steckt — Verlust und Trauer sind hier nicht nur Aufhänger, sondern treibende Kraft.
Kritikpunkte (kurz und ehrlich)
- Manche Figuren sind zu überzeichnet, was hin und wieder die Glaubwürdigkeit schmälert.
- Ein paar Passagen ziehen sich; Gegen Ende polarisieren einige Entscheidungen — da scheiden sich die Geister.
- Wem subtilere Psychothriller oder literarische Zurückhaltung lieber sind, findet hier zeitweise zu viel Hollywood.
Und ja: die Lesermeinungen schwanken — von absoluter Begeisterung bis hin zu kompletter Ablehnung. Das passt: Fitzek polarisiert, und das ist bei diesem Buch Teil des Reizes.
Fazit
Passagier 23 ist ein Sog, der mit starken Emotionen, hohem Tempo und handfesten Schockmomenten überzeugt. Wer düstere Psychothriller mag, die einen nicht lockerlassen, ist hier genau richtig. Wer hingegen subtilere, leisere Krimis bevorzugt, könnte an der einen oder anderen Stelle hängenbleiben.
★★★★☆ (4/5)
Klappentext
Jedes Jahr verschwinden auf hoher See rund 20 Menschen spurlos von Kreuzfahrtschiffen. Noch nie kam jemand zurück. Bis jetzt ...: Martin Schwartz, Polizeipsychologe, hat vor fünf Jahren Frau und Sohn verloren. Es geschah während eines Urlaubs auf dem Kreuzfahrtschiff "Sultan of the Seas" – niemand konnte ihm sagen, was genau geschah. Martin ist seither ein psychisches Wrack und betäubt sich mit Himmelfahrtskommandos als verdeckter Ermittler.
Mitten in einem Einsatz bekommt er den Anruf einer seltsamen alten Dame, die sich als Thrillerautorin bezeichnet: Er müsse unbedingt an Bord der "Sultan" kommen, es gebe Beweise dafür, was seiner Familie zugestoßen ist. Nie wieder wollte Martin den Fuß auf ein Schiff setzen – und doch folgt er dem Hinweis und erfährt, dass ein vor Wochen auf der "Sultan" verschwundenes Mädchen wieder aufgetaucht ist. Mit dem Teddy seines Sohnes im Arm …
Die hochspannende Bestsellervorlage zum Film "Passagier 23 - Verschwunden auf hoher See"!