Wenn dir das hier gefiel …
Der Hof
Key Facts
Kritik
Manchmal ist es genau das Unheile und Staubige, das einem Thriller den besonderen Kick verleiht – Simon Becketts „Der Hof“ zieht dich mit brütender Hitze und verrottetem Gemäuer sofort mitten hinein in eine beklemmende Welt, die du am liebsten fluchtartig verlassen würdest. Die Geschichte spielt auf einem abgelegenen Hof in Südfrankreich, wo der junge Engländer Sean nach einer Verletzung Zuflucht sucht. Zwischen halb wilden Schweinen, hitzigen Spannungen und einem Eigenbrötler als Besitzer entwickelt sich eine Atmosphäre, die so dicht ist, dass man fast die stickige Luft spüren kann.
Sean, diese Hauptfigur, ist sympathisch und zugleich geheimnisvoll – genau die richtige Mischung, damit du mitfieberst, wer ihm wohl mit welcher Absicht begegnet. Besonders gelungen fand ich die Darstellung von Arnaud, dem Besitzer, dessen harsches Auftreten und undurchsichtige Geheimnisse immer wieder die Spannung anheizen. Auch Mathilde und ihre Schwester bringen das typische Kleinstadtpalaver mit ins Spiel, nur viel intensiver und verstörender. Beckett schafft es, die Charaktere so zu zeichnen, dass sie nicht nur Kulisse, sondern ein wesentlicher Teil des unangenehmen Knisterns sind, das diese Geschichte trägt.
Der Schreibstil ist trotz aller Dramatik angenehm flüssig, reduziert auf das Wesentliche, ohne sich in blumigen Beschreibungen zu verlieren – perfekt, wenn du Lust auf eine schnelle, aber dennoch tiefgründige Erzählung hast. Allerdings zog sich die Handlung an manchen Stellen ein wenig, als würde man in der Hitze selbst kurz schlappmachen. Auch gegen Ende hätte ich mir ein bisschen mehr Tempo gewünscht – dieser letzte Satz, der dir alle Fragen offen lässt, ist zwar clever, aber nicht jedermanns Sache.
Alles in allem ist „Der Hof“ ein solider Thriller, der sich besonders für Fans von psychologischer Spannung und einer dicken Portion Atmosphäre eignet. Wenn du auf dich zubewegende Konflikte mit einem Hauch von ländlichem Wahnsinn stehst, wirst du hier gut unterhalten. Wer jedoch auf rasante Action und durchgehende Nervenkitzel hofft, könnte etwas enttäuscht sein.
3,5 von 5 Sternen – ein Buch, das reizt, ein bisschen Frust mitbringt und definitiv Lust auf mehr macht.
Klappentext
Ein abgelegener, heruntergekommener Hof in Südfrankreich. Es ist brütend heiß. Fliegen umschwirren die grunzenden, halbwilden Schweine, die im Dreck nach Futter stöbern. In der baufälligen Scheune liegt der junge Engländer Sean mit einem zerfetzten Fuß. Auf der Flucht vor der Polizei ist er in eine rostige Eisenfalle getreten, aufgestellt von Arnaud, dem Besitzer des Hofs, einem Eigenbrötler, der keine Fremden auf seinem Besitz duldet. Sean darf dennoch bleiben - wenn er mithilft, die maroden alten Wände neu zu mauern. Er nimmt das Angebot an, denn eine Rückkehr nach England kann er nicht riskieren - und auch wegen Arnauds Tochter Mathilde, die ihn so hingebungsvoll pflegt. Aber deren verführerische kleine Schwester ist völlig unberechenbar, ebenso wie der tyrannische Arnaud. Irgendetwas stimmt hier ganz und gar nicht, und Sean will es herausfinden. Doch die Arnauds haben ihre Geheimnisse, und der Alte setzt alles daran, dass sie niemals ans Licht kommen.
Die David-Hunter-Thriller in chronologischer Reihenfolge: Die Chemie des Todes, Kalte Asche, Leichenblässe, Verwesung