Wenn dir das hier gefiel …
Frauen mittleren Alters, die zu viel sitzen
Key Facts
Kritik
Manchmal sind es genau die kleinen, alltäglichen Momente – das unbeholfene Aufstehen von der Couch, das Grübeln über die neuesten Falten oder die verschmierte Handynutzung –, die uns am meisten zum Schmunzeln bringen und gleichzeitig zeigen, dass man mit seinen Sorgen nicht allein ist. „Frauen mittleren Alters, die zu viel sitzen“ bringt genau diesen bittersüßen Mix aus Humor, Selbstironie und kluger Beobachtung auf den Punkt.
Dora Heldt und Anouk Schollähn nehmen uns mit auf eine Reise durch das pralle Leben zweier Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, aber ganz wunderbar miteinander harmonieren. Ihre Kolumnen treffen mitten ins Herz – und zielen dabei nie daneben. Ob es um verrückte Yogaposen geht, das drohende Doppelkinn oder die chaotischen Versuche, die eigenen Mütterweisheiten zu sortieren, die beiden verstehen es, Alltägliches so zu erzählen, dass man lacht, nickt und manchmal sogar ein wenig tröstliche Erkenntnis mitnimmt. Die Figuren wirken lebendig und nahbar, mit ihren Macken und Momenten des Zweifels, die jede Leserin sofort kennt.
Der Stil ist locker, frisch und angenehm direkt – keine schwülstigen Umschweife, sondern klare Worte, die Herz und Humor verbinden. Zwischendrin gibt es launige Dialoge, die das Ganze wie ein lebendiges Gespräch erscheinen lassen. Was mir besonders gut gefiel: Das Buch nimmt sich selbst nicht zu ernst, verliert aber die Tiefe nicht aus den Augen. Super sympathisch!
Einzig, wer auf eine durchgängige, spannende Handlung hofft, wird hier eher enttäuscht sein, denn das Buch lebt von seinen einzelnen Episoden und Reflexionen. Für Leserinnen, die Geschichten mit rotem Faden lieben, könnte der fehlende Spannungsbogen etwas zu locker wirken.
Unterm Strich ist „Frauen mittleren Alters, die zu viel sitzen“ ein Schatz für alle, die sich manchmal über das Älterwerden beklagen, sich aber dabei gern mal selbst auf die Schippe nehmen – ohne dabei den Blick fürs Wesentliche zu verlieren. Ein kurzweiliges, warmherziges Lesevergnügen, das man immer wieder aufschlagen kann, wenn einem der eigene Alltag mal zu schwer erscheint.
Vier von fünf Sternen – weil es einfach Spaß macht und man sich hier wunderbar aufgehoben fühlt, auch wenn man das eine oder andere graue Haar mehr hat als die Hauptfiguren.
Klappentext
Von unmöglichen Yogaposen, lauernder Doppelkinngefahr und anderen Freuden: Dora Heldts und Anouk Schollähns humorvolle, lustige, nachdenkliche und tröstliche Kolumnen über Altersunterschiede, Liebesbeziehungen, Mütterweisheiten, Haubentaucher und manche Widrigkeiten, die zu zweit besser auszuhalten sind.
Für alle, die sich fragen, warum Leute ihr Handy beim Telefonieren halten wie ein Knäckebrot, die manchmal auch Probleme haben, aus der Hocke wieder hochzukommen – und die herausfinden wollen, dass sie mit ihren Problemen ganz und gar nicht allein sind.