Wenn dir das hier gefiel …
Hummerjahre
Key Facts
Kritik
Manchmal braucht es nur den Geruch von salziger Meeresluft und das Knacken alter Dielen, um längst verschüttete Gefühle wieder an die Oberfläche zu spülen – genau das gelingt Beatrix Gerstberger in „Hummerjahre“. Wer schon beim Gedanken an verlassene Sommerhäuser an der Küste von Maine ein kleines Heimatgefühl spürt, wird hier auf jeden Fall fündig.
Im Mittelpunkt stehen Mina, ihre Familie und die Frauen, die mit ihren eigenen Geschichten und Geheimnissen zurückkehren. Mina, 47, nimmt uns mit auf eine Rückkehr, die alles andere als leicht wird: Der schwerkranke Vater Richard sehnt sich nach alten Zeiten, doch Mina hat nicht nur mit der Vergangenheit zu kämpfen, sondern auch mit einer Begegnung, die ihre Gefühle mächtig durcheinanderwirbelt. Parallel erleben wir Julie, die sich nach Verlusten neu erfindet, und Judith, die sich ihren Schuldgefühlen stellt und mit der Geschichte ihrer Familie hadert. Eckpunkte, die beweisen, dass Verzeihen und Neubeginn selten so unkompliziert sind, wie man es sich wünscht.
Beatrix Gerstberger schreibt dabei mit ansteckender Leichtigkeit und einem Blick fürs Detail, der die Landschaft und die Emotionen der Figuren bis ins Mark beleuchtet – ohne je kitschig zu werden. Die Sprache fließt, als würde man direkt durch die salzig-feuchte Luft von Eagle Island wandern, das Tempo ist angenehm, die Charaktere sind so nahbar, dass man am liebsten mit ihnen gemeinsam am Wasser sitzen würde. Das Zusammenspiel von Vergangenheit und Gegenwart bringt eine schöne Dynamik ins Buch, die mich oft zum Schmunzeln brachte, aber auch zum Nachdenken.
Was mir manchmal gefehlt hat, war ein bisschen mehr Abwechslung im Tempo: An manchen Stellen zieht sich die Handlung etwas, gerade wenn es sich in Erinnerungen verliert. Dennoch stören diese kleinen Längen den Gesamteindruck kaum. Auch die Motive mancher Entscheidungen der Figuren wirkten gelegentlich ein wenig vorhersehbar, aber gerade das macht ja auch das Buch so zugänglich – denn das echte Leben ist selten spektakulär oder überraschend, oft sind es eben diese kleinen, alltäglichen Entscheidungen, die am meisten zählen.
„Hummerjahre“ ist perfekt für alle, die gern in warmherzige Familiengeschichten eintauchen, die von Liebe, Loslassen und dem Mut zu neuen Anfängen handeln – ohne auf billige Dramen zurückzugreifen. Ein Buch, das man neben einer Tasse Tee und einem Blick aufs Meer lesen möchte und das einem zeigt: Manchmal ist es genau das, was wir brauchen, um weiterzugehen.
Ich gebe „Hummerjahre“ 4 von 5 Sternen – ein berührender Roman, der nachhallt und Mut macht, auch wenn die Wellen des Lebens mal höher schlagen.
Klappentext
Ein aufwühlender Familienroman über Schuld und Verzeihen und die Frage, ob die Liebe wirklich alle Verletzungen überdauern kann
MINA (47) reist gemeinsam mit ihrer Tochter Luca, ihrem schwerkranken Vater Richard und ihrer Mutter Judith zurück nach Eagle Island. Richard sehnt sich nach der Leichtigkeit vergangener Sommer an der Küste von Maine. Aber Mina kämpft mit gemischten Gefühlen, da sie dem Vater ihrer Tochter wiederbegegnen wird. Kann eine große Liebe, die gescheitert ist, je ein glückliches Ende finden?
JULIE (73) will sich nach dem Tod ihres Mannes Nat und ihrer besten Freundin Ann nicht mit dem Alleinsein abfinden. Sie beginnt, ihr Leben nach neuen Möglichkeiten abzutasten.
JUDITH (75) muss sich den Erinnerungen jenes Sommers stellen, der das Leben ihres Sohnes auf tragische Weise zerstört hat. Nun kann sie vor ihrer eigenen Schuld nicht länger davonlaufen.
Sie alle suchen auf ihre Weise nach dem Glück, der Liebe und dem Mut, das Richtige zu tun.
Ein grandioser Roman, der uns zeigt, wie der Blick in die Vergangenheit die Wunden unseres Lebens heilt
»Ein Hummer versteht sich besser aufs Loslassen als jeder Mensch.« Fischerweisheit aus Maine
Die Presse über ›Die Hummerfrauen‹:
»Der Sommer-Hit des Jahres.« Hamburger Abendblatt
»Schon der erste Satz führt ins Leseglück.« Brigitte
»Ein erfrischendes Leseerlebnis – ein vielgelobtes und vielgelesenes Buch.« Morgenpost
»Das alte Ferienhaus hatte sich zuerst fremd angefühlt. Es schien anders zu atmen als früher. Dann merkte Judith, dass der Salzgeruch immer noch in die Zimmer drang, dass das Haus sich immer noch in der Nacht dehnte und knackte und bei starkem Ostwind seufzen konnte. Und sie sah, dass der neu geschliffene Dielenboden immer noch leicht gesenkt war an den Stellen, über die man von der Küche zur Veranda lief. Ihre alten Pfade, die sie alle gegangen waren. Dieses Haus hatte viele Sommer lang alles von ihnen mitbekommen. Je länger sie wieder hier waren, desto mehr drangen die alten Erinnerungen und Geschichten durch die Ritzen.«