Wenn dir das hier gefiel …
Racheglut
Key Facts
Kritik
Manchmal packt einen ein Krimi so richtig, und genau das passiert mit „Racheglut“ von Jan-Erik Fjell. Schon die ersten Seiten ziehen dich in diese düstere Atmosphäre am Oslofjord, wo ein schrecklicher Anruf Anton Brekke mitten ins Herz trifft – ein Bild, das einem nicht mehr aus dem Kopf geht. Drei Opfer, alle auf grausame Art ermordet, und ein Täter, der scheinbar mit einem persönlichen Groll zuschlägt: Das klingt nicht nur spannend, sondern auch richtig beklemmend.
Anton als Protagonist ist kein typischer Supercop, was das Ganze noch glaubwürdiger macht. Seine innere Zerrissenheit, nicht nur im Job, sondern auch als Vater, verleiht der Geschichte eine emotionale Tiefe, die bei einem Thriller manchmal ein echtes Highlight ist. Fjells Schreibstil ist dabei angenehm klar und auf den Punkt, ohne überflüssigen Schnickschnack. Das Tempo passt, es bleibt durchweg spannend, und trotzdem hat man immer das Gefühl, die Figuren wirklich zu verstehen – nicht nur irgendwelche Klischees abzuklappern.
Klar, hier und da fragt man sich schon mal, ob Anton nicht ein bisschen zu viel auf eigene Faust macht, aber hey, das gehört zum Genre einfach dazu und macht den Charakter eben auch sympathisch widersprüchlich. Manchmal hätte die Handlung für meinen Geschmack etwas überraschender sein können, aber im Großen und Ganzen ist „Racheglut“ ein clever konstruierter Thriller, der gerade Fans von skandinavischen Krimis ein warmes Leseherz bereiten wird.
Wenn du Bock auf einen düsteren, aber nahbaren Thriller mit echten Figuren hast, der dich nicht locker lässt und dich nebenbei auch mal kurz nachdenken lässt, dann ist dieses Buch definitiv was für dich. Für mich war es ein klarer Fall von „noch ein Kapitel, nur noch eins“ – und das will bei so manchem Thriller was heißen.
3,5 von 5 Sternen – ein solider, atmosphärisch dichter Thriller mit ein paar kleinen Schwächen, aber viel Sogwirkung. Wer Oslo, kalte Spannung und komplexe Ermittler mag, greift zu!
Klappentext
An einem Sommerabend am Oslofjord erreicht Anton Brekke ein Notruf. Als er das rote Haus in der Nähe eines beliebten Strands betritt, bietet sich ihm ein entsetzlicher Anblick: In der Küche liegt eine grausam zugerichtete tote Frau, neben ihrer Leiche kauert ihr vollkommen verstörter 16-jähriger Sohn. Anton sind die Hände gebunden, denn nach einer Verfehlung wurde er von der Kripo zur Schutzpolizei strafversetzt. Doch der Fall lässt ihn nicht los, schließlich ist er selbst Vater eines Jungen. Während seine Kollegen im Dunkeln tappen, entdeckt er eine unheimliche Nachricht. Und als zwei weitere Tote auftauchen, ist klar: Anton ist einem Serienmörder auf der Spur, und dieser kennt keine Gnade …