Wenn dir das hier gefiel …
Endstation Küste
Key Facts
Kritik
Manchmal braucht es nur einen Menschen auf der Gartenbank, um das beschauliche Leben komplett auf den Kopf zu stellen – so ergeht es Kommissarin Tomke Evers in „Endstation Küste“. Die Geschichte schupst dich direkt hinein in ein ruhiges Küstendorf, das auf den ersten Blick nach Sicherheit und Gemütlichkeit aussieht, aber schnell seine Schattenseiten zeigt. Tomkes innere Ruhe wird gehörig durchgeschüttelt, als Peter Schweigert, ihre ehemalige Liebe und ein ehemaliger Kollege, plötzlich dringend Hilfe sucht. Das personalisierte „Kleinstadt-Krimi-Flair“ trifft hier auf ein unheilvolles, fast schon geheimnisvolles Netzwerk, das immer dichter gesponnen wird.
Tomke ist eine sympathische Hauptfigur, bei der man sich sofort wohlfühlt – bodenständig, clever und mit einer ordentlichen Portion norddeutschen Charme. Nicht zu vergessen Oma Jettchen und Tant’ Fienchen, die dem ganzen Geschehen eine lebhafte, humorvolle und herzlich schrullige Würze verleihen. Die Charaktere wirken echt und geben der Geschichte das gewisse Etwas, das einen mitfiebern lässt. Gaby Kadens Schreibstil ist dabei angenehm flüssig und leicht zugänglich, ohne banal zu wirken. Sie schafft eine Atmosphäre, die richtig nach salziger Luft und dramatischen Geheimnissen riecht – perfekt für alle, die gemütliche Krimis mit einem Hauch von Spannung mögen.
Klar, an manchen Stellen hätte die Geschichte etwas mehr Tempo vertragen können; hin und wieder zieht sich das Ermitteln ein wenig, und manche Nebenstränge fühlen sich etwas zu ausgedehnt an. Aber das tut der Gesamtstimmung keinen großen Abbruch. Im Gegenteil: Die kleinen Details und liebevollen Beschreibungen der Küstenkulisse machen das wieder wett.
Wer auf Krimis steht, die nicht mit hektischer Action overpowered sind, sondern mit Charaktertiefe, einem Schuss Humor und regionalem Flair punkten, wird hier eine echte Perle finden. „Endstation Küste“ ist genau der richtige Begleiter für lange Abende, an denen man sich gemütlich zurücklehnen und trotzdem gut unterhalten fühlen möchte.
4 von 5 Sternen – weil die Geschichte rundum stimmt, auch wenn sie manchmal ein bisschen zu gemütlich vor sich hin plätschert. Für alle Nordlicht-Herzen und Fans von bodenständigen Kriminalgeschichten auf jeden Fall eine klare Empfehlung!