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Karma isn't a bitch
Key Facts
Kritik
Manchmal kommt ein Buch daher, das nicht nur erzählt, sondern dich schlichtweg mitnimmt – mitten rein in eine Geschichte, die nicht nur bewegt, sondern auch zum Nachdenken bringt. Karma isn't a bitch von Adrian Gabriel Dumitru ist genau so ein Werk. Schon die ersten Zeilen fühlen sich an wie ein dringender Tipp, ein Appell, zuzuhören, hinzusehen und sich selber zu fragen: Was kann ich tun, wenn andere in Not sind?
Dumitru nimmt uns mit auf eine ungeschönte Reise in sein Leben als Hotelbesitzer, das sich von einem ruhigen Alltag zu einem Brennpunkt der Menschlichkeit wandelt. Die Handlung ist simpel, fast minimalistisch erzählt: Der Krieg in der Ukraine trifft unzählige Menschen – Frauen, Kinder, Eltern – und plötzlich ist sein Hotel zum Zufluchtsort geworden. Doch die Geschichte ist viel mehr als ein Bericht über Hilfsbereitschaft. Es sind die Menschen, ihre Ängste, Konflikte und überraschende Stärke, die den Kern der Erzählung bilden.
Die Hauptfigur, Autor und zugleich Helfer, tritt dabei ganz nah an uns heran, authentisch und ohne falsche Heiligkeit. Man spürt seinen inneren Kampf, die Erschöpfung, aber auch den ungebrochenen Willen weiterzumachen. Sein Schreibstil ist angenehm ehrlich, unprätentiös und packend – fast so, als würde er dir persönlich gegenübersitzen und erzählen. Besonders beeindruckend fand ich, wie er nicht nur die schönen, sondern auch die schwierigen Seiten des Helfens schildert. Da gibt es keinen rosaroten Filter, sondern viel echte Menschlichkeit – mit all ihren Widersprüchen.
Natürlich hat das Buch auch kleine Schwächen: An manchen Stellen hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht, mehr Hintergrund zu einzelnen Schicksalen, die kurzen Einblicke wirken stellenweise etwas fragmentarisch. Auch, wer mit eher literarischer Erzählweise etwas anderes erwartet, könnte überrascht sein von der schnörkellosen, diary-artigen Form. Aber gerade diese Ehrlichkeit verleiht dem Buch seinen Zauber.
Fazit: Ein Buch für alle, die sich auf eine Reise voller Hoffnung, Verzweiflung, Mut und Mitmenschlichkeit einlassen wollen. Wer kriegsbedingte Flucht und die Geschichten dahinter besser verstehen will – ohne großes Pathos, dafür mit Herz und echten Emotionen – ist hier genau richtig. Ein aufrüttelndes Plädoyer dafür, Türen zu öffnen – im wahrsten Sinne des Wortes.
Bewertung: ★★★★☆ (4 von 5 Sternen)
Wer Menschlichkeit sucht, findet hier kein Heldenspektakel, sondern die leisen, echten Geschichten zwischen Chaos und Hoffnung.