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Hummelhirn
Key Facts
Kritik
Manchmal reicht schon ein Buch, um dich mitten ins Herz zu treffen – und „Hummelhirn“ macht genau das auf seine ganz eigene, charmante Weise. Judith Holofernes erzählt von einer Kindheit zwischen Anpassungszwang und bunter Außenseiterwelt, von dem Wunsch, „nett zu sein“, bevor sie überhaupt weiß, dass man auch Rockstar werden kann. Klingt vertraut? Dann wirst du dieses Buch lieben.
Die Geschichte ist kein klassischer Lebensweg, sondern eine Geschichte voller Fehlversuche, zarter Momente und lauter tragikomischer Augenblicke. Holofernes lässt uns teilhaben an ihrer Versessenheit, es allen Recht zu machen, an ihrer turbulenten Beziehung zur nonkonformistischen Mutter und an der schwierigen Suche nach der eigenen Identität in einer Welt, die nicht immer liebevoll reagiert. Gerade die Figur der jungen Judith fühlt sich so echt an, ihre Hummeligkeit, ihre ungewöhnliche Sicht auf alles – man will sie einfach beschützen und gleichzeitig mit ihr lachen.
Der Schreibstil ist eine dieser seltenen Kombinationen aus Leichtigkeit und Tiefgang. Man liest flüssig, fühlt sich fast wie auf einer Plaudertour mit einer guten Freundin, die einem ihre innersten Gedanken offenbart. Besonders beeindruckt hat mich, wie Judith mühelos das Tragische und das Komische ineinander verwebt, ohne dabei ins Kitschige abzurutschen. Es gibt diese handwerklich präzise Sätze, die einem echte Emotionen ins Gesicht zaubern – und das merkt man dem Buch an.
Abstriche? Ja, manch eine Stelle zieht sich etwas, und manchmal hätte ich mir gewünscht, dass die Erzählung ein bisschen mehr Tempo bekommt. Aber das wirkt nie störend, eher wie das authentische Nachhallen einer Erinnerung, die sich Zeit nimmt. Auch die teils sehr persönlichen Einblicke sind natürlich Geschmackssache – nicht jeder mag so viel Nähe.
Wenn du Lust auf ein Buch hast, das mit Witz, Herz und einem Hauch Melancholie erzählt, wie man zwischen Erwartungen und Selbstfindung balanciert, dann ist „Hummelhirn“ genau richtig. Es ist kein Feelgood-Roman im klassischen Sinne, aber ein echtes, berührendes Stück Leben, das dich nachdenklich zurücklässt und trotzdem ein kleines Lächeln hinterlässt.
4 von 5 Sternen – ein Buch für alle, die das Leben mit seinen Ecken und Kanten lieben, und die eine kompromisslose, ehrliche Stimme schätzen.
Klappentext
»Hummelhirn« ist die Geschichte einer Anpassung – inklusive herzzerreißender und hochkomischer Fehlversuche. Mit Zartheit, Klarheit und Talent fürs Tragikomische blickt Judith Holofernes auf ihre Kindheit zurück. Sie erzählt von ihrer Ausbildung zum People Pleaser, der nonkonformistischen und doch so netten Mutter, von Liebeswirren, ersten eigenen Songs, einem launischen Körper unter Dauerbeobachtung – und davon, wie es ihr schließlich gelingt, die eigene Hummeligkeit ins Erwachsenenleben hinüberzuretten.
Bevor sie mit Wir sind Helden Furore macht, ist Judith Holofernes ein komisches Kind. Eine Träumerin, die sich wie eine betrunkene Hummel durch die Welt bewegt. Was später als Neurodiversität bezeichnet wird, fällt im Berlin der wilden 1970er nicht weiter auf.
Erst als die lesbische Mutter ins beschauliche Freiburg zieht, beginnt Judith, spektakulär anzuecken. Dabei möchte sie so gerne alles richtig machen. Also versucht sie den Spagat: Ob das geht, nett sein und besonders? Es geht. Auch wenn sie dafür einen hohen Preis bezahlt: Judith Holofernes wird der netteste Rockstar der Welt.
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