Wenn dir das hier gefiel …
Der Tausch – Zwei Frauen. Zwei Tickets. Und nur ein Ausweg.
Key Facts
Kritik
Manchmal fühlt man sich beim Lesen wie auf einem gut getimten Nervenkitzel-Trip – genau so ging es mir bei „Der Tausch“ von Julie Clark. Zwei Frauen, ein riskanter Coup am Flughafen und das Versprechen auf Freiheit, das klingt schon nach einer Geschichte, die man am liebsten im Zug durchlesen will, oder? Claire und Eva tauschen ihre Identitäten – Claire will vor einem brutalen Ehemann fliehen, Eva trägt ein dunkles Geheimnis mit sich. Die Handlung spielt clever mit der Frage: Wie weit würdest du gehen, um neu anzufangen?
Die Figuren sind keine typischen Helden, sondern Menschen mit Macken und verletzlichen Seiten, was dem Ganzen einen realistischen Anstrich gibt. Julie Clarks Schreibstil ist dabei angenehm schnörkellos, was das Tempo hochhält und die Spannung jederzeit aufrecht erhält. Was mir besonders gefiel, war, wie sie mit knappen Worten eine dichte Atmosphäre schafft und trotzdem viel Raum für eigene Gedanken lässt. Einige Kapitel über Eva ziehen sich zwar etwas, und an manchen Stellen hätte ich mir eine weniger offensichtliche Darstellung der „bösen“ Männerfigur gewünscht – das klassische Opfer-Bösewicht-Schema wäre nicht unbedingt nötig gewesen.
Insgesamt ist „Der Tausch“ ein flüssig erzählter, solider Thriller, der dich nicht mehr loslässt, auch wenn kleine Logik-Löcher und ein für meinen Geschmack etwas zu vorhersehbares Ende den perfekten Thrill runterbremsen. Wenn du Lust auf eine spannende Geschichte mit emotionaler Tiefe hast und keine allzu komplexen Charakterstudien erwartest, bist du hier genau richtig.
Fazit: Ein kurzweiliger Pageturner mit Herz und Ecken, der gut unterhält und zum Nachdenken anregt – daher von mir verdiente 4 von 5 Sternen.
Klappentext
New York, Flughafen JFK: Claire soll nach Puerto Rico reisen, um ihren Mann, einen ehrgeizigen Politiker, beim Wahlkampf zu unterstützen. Doch in Wahrheit will sie nichts als fliehen – vor seinen gewalttätigen Übergriffen und der lückenlosen Kontrolle, die er über sie ausübt. Sie kommt mit Eva ins Gespräch, die bei ihrem schwerkranken Mann Sterbehilfe geleistet hat. Zu Hause in Kalifornien erwartet sie die Polizei. Innerhalb weniger Sekunden beschließen sie, die Bordkarten zu tauschen und sich gegenseitig ein neues Leben zu schenken.
Erleichtert landet Claire in Kalifornien. In Evas Haus gibt es allerdings keine Hinweise auf einen Ehemann. Dann erfährt sie, dass das Flugzeug nach Puerto Rico abgestürzt ist. Und kurz darauf entdeckt sie die vermeintlich abgestürzte Eva in einer Fernsehreportage über das Unglück. Lebendig. Hat sie die Flucht in das Leben einer Anderen am Ende doch nur in eine Falle gelockt?