Wenn dir das hier gefiel …
Die Richterin und die Tote vom Pont du Gard
Key Facts
Kritik
Kaum hat man die ersten Seiten von „Die Richterin und die Tote vom Pont du Gard“ aufgeschlagen, fühlt man sich sofort mitten hineinversetzt in das warme Südfrankreich – als würde man bei einem Glas Rotwein am Pont du Gard sitzen und den sanften Gesprächen der Einheimischen lauschen. Liliane Fontaine schafft es, mit ihrem Krimi nicht nur Spannung zu liefern, sondern auch eine echte Liebeserklärung an Land und Leute zu schreiben.
Im Zentrum der Geschichte steht die kluge und unbeirrbare Untersuchungsrichterin Mathilde de Boncourt, die nach einem Anschlag auf ihr Leben tief in einen dunklen Pädophilenring eintauchen muss. Zusammen mit dem charmanten Polizisten Rachid Bouraada spannt sich ein Ermittler-Duo, das mit viel Herz und Verstand vorgeht. Und dann ist da noch der rätselhafte Reiseschriftsteller Martin Endress, der Mathildes Familiendrama aufmischt – hier bekommt man mehr als nur einen klassischen Krimi, es verzahnen sich persönlichen Geheimnisse mit dem großen Fall.
Der Stil von Fontaine ist genau richtig: anschaulich, direkt und dennoch leichtfüßig – selbst die schweren Themen verlieren sich nie in düsterer Schwere, sondern werden mit einer fast mühelosen Leichtigkeit erzählt. Man merkt, wie tief die Autorin Frankreichs Geschichte und Kultur liebt, das macht den Roman zum kleinen Urlaub für zwischendurch. Ein bisschen abgehakt wirkt manchmal die eine oder andere Nebenhandlung, die hätte gern straffer erzählt werden dürfen, um das Tempo etwas zu halten. Auch die Figuren sind toll gezeichnet, wenngleich Mathilde manchmal ein klein wenig zu perfekt agiert – aber na ja, wer will bei so einer starken Hauptfigur schon meckern?
Wer also Lust auf einen spannenden Krimi hat, der ohne Blutbad auskommt, dafür mit Atmosphäre, sympathischen Charakteren und einem echten Gespür für die französische Lebensart – der liegt mit diesem Buch genau richtig. Ein kurzweiliger, aber dennoch gehaltvoller Lesegenuss, der einfach Lust macht auf mehr.
Vier Sterne von fünf – wegen kleiner Längen, aber definitiv ein packender Auftakt für alle Frankreich-Fans und Krimifreunde, die es gern mit einem Hauch Lebensgefühl mögen.
Klappentext
Für Fans von »Madame le Commissaire« und Kommissar Dupin: leichte Urlaubslektüre mit packendem Kriminalfall
Mathilde de Boncourt überlebt nur knapp einen Anschlag. Wem ist die Untersuchungsrichterin zu gefährlich geworden? Vom großväterlichen Weingut im Languedoc ermittelt sie gegen einen mächtigen Pädophilenring. Gemeinsam mit Rachid Bouraada von der Police Judiciaire versucht sie, den Tätern auf die Schliche zu kommen. Doch dann kreuzt ihr Weg den des attraktiven Reiseschriftstellers Martin Endress und sie muss feststellen, dass ihre eigene Familie Geheimnisse hat.
Krimiautorin Liliane Fontaine hat in »Die Richterin und die Tote vom Pont du Gard« mit Mathilde de Boncourt eine starke Untersuchungsrichterin erschaffen, die wie die Autorin selbst die Region um Avignon kennt und liebt. Der Roman Noir verwebt verschiedene Handlungsstränge zu einem unterhaltsamen Frankreich-Krimi.
Urlaubsflair und Spannung vereint
Trotz schwerer Themen wie Kindesmisshandlung und dem Zweiten Weltkrieg verliert der Roman von Liliane Fontaine niemals seine Leichtigkeit. Die detaillierte, anschauliche Sprache, die liebenswerten Charaktere und die immer durchscheinende Liebe zu Südfrankreich machen diesen Krimi zur perfekten Urlaubslektüre und zu einer Neuerscheinung von 2020, die Fans von Kriminalromanen nicht verpassen dürfen.
Liebe zu Südfrankreich spürbar
Autorin Liliane Fontaine liebt Frankreich vermutlich so sehr wie ihre Hauptfigur Mathilde de Boncourt. Landschaft, Menschen und Kultur beschreibt sie so eindrücklich und begeistert, dass der Leser den nächsten Besuch kaum erwarten kann. Die deutsche Kunsthistorikerin mit französischen Wurzeln weiß, wovon sie spricht, wenn sie in den mittlerweilen 5 Bänden der Reihe den Leser nebenbei mit geschichtlichen Informationen versorgt.