Wenn dir das hier gefiel …
Die Saar-Töchter - Zeiten der Sehnsucht
Key Facts
Kritik
Manchmal ist es genau dieses Buch, das einem das Herz so sanft erwärmt und zugleich mitreißt, ohne aufdringlich zu sein – „Die Saar-Töchter – Zeiten der Sehnsucht“ von Katja Dörr schafft das ziemlich mühelos. Die Geschichte entführt uns ins Jahr 1848, wo Elisabeth Mosner, ein junges Mädchen aus gutem Hause, plötzlich die vertraute Welt der ländlichen Schönheit gegen die rauhe Industrie- und Bergbaulandschaft des Saargebiets tauschen muss. Wer jetzt denkt, das klingt trocken: Fehlanzeige. Das Buch lebt davon, wie Elisabeth ihren Platz in dieser neuen Welt sucht und sich dabei immer wieder zwischen Pflicht, Freiheit und der großen Liebe hin- und hergerissen fühlt.
Elisabeth ist eine Figur, die mir schnell ans Herz gewachsen ist – kein typisches Heldinnenklischee, sondern eine junge Frau mit Träumen, Zweifel und der richtigen Portion Trotz. Der Erzählstil von Katja Dörr ist dabei locker und flüssig, ohne oberflächlich zu wirken. Man spürt das historische Flair, ohne dass die vielen Details den Lesefluss bremsen. Stattdessen taucht man tief ein in eine Zeit des Umbruchs, die durch die persönliche Geschichte eines Mädchens lebendig wird.
Was mir besonders gefallen hat? Wie Dörr diese Gegensätze darstellt: die Schönheit der Natur versus den beißenden Kohlenstaub, die Träume versus die gesellschaftlichen Erwartungen. Und das Ganze ohne Moralkeule, sondern sehr nah an den Figuren. Die Liebesgeschichte ist zart und glaubwürdig, kein Kitsch, sondern wirklich gefühlvoll erzählt. Einzige kleine Schwäche: Einige Szenen hätten für meinen Geschmack noch etwas mehr Tempo vertragen können – manchmal zögert die Handlung ein bisschen, aber das trübt den Gesamteindruck kaum.
Wer Lust auf eine feinfühlige Familiensaga hat, die zeitgeschichtliches Flair mit einer berührenden Liebesgeschichte verbindet, ist hier genau richtig. Ein Buch, das man nicht nur liest, sondern ganz schön gern fühlt.
4 von 5 Sternen – weil es warm ums Herz macht und einen mit einem schönen Gefühl zurücklässt.
Klappentext
München, 1848: Die siebzehnjährige Elisabeth Mosner führt als Tochter eines angesehenen Ingenieurs ein privilegiertes Leben. Sie liebt die Natur und das Malen. Doch ihr Vater soll im saarpfälzischen St. Ingbert, einer aufstrebenden Bergbauregion, beim Fertigstellen einer Eisenbahnlinie helfen. Für Elisabeth ist das ein herber Schlag: Statt ländlicher Idylle warten im Saarrevier Dampfmaschinen und Kohlenstaub. Sie muss alles aufgeben, was ihr etwas bedeutet. Widerwillig verlässt sie ihre Heimat. Kann sie dennoch ihr wahres Glück finden - und vielleicht sogar die Liebe?
Der Auftakt der emotionalen Familiensaga vor dem Hintergrund des beginnenden Bergbaus. Ein Gesellschaftsporträt. Eine mitreißende Liebesgeschichte. Der Weg einer mutigen Frau.
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