Wenn dir das hier gefiel …
Das Meisterwerk
Key Facts
Kritik
Kaum habe ich „Das Meisterwerk“ von Daniel Silva aufgeschlagen, war ich sofort drin – diese spannende Mischung aus Kunst, Intrigen und Kirchenpolitik hat mich von der ersten Seite an gepackt. Wer jetzt denkt, es geht nur um malerische Vesuv-Blicke und Museumsgeheimnisse, wird überrascht sein: Es ist viel mehr ein rasantes Katz-und-Maus-Spiel, das euch quer durch Europas schillerndste Schauplätze jagt.
Die Handlung dreht sich um Gabriel Allon, einen Restaurator, der eher unfreiwillig in ein undurchsichtiges Netz aus Mafia, Machtspielchen und verlorenen Leonardo-da-Vinci-Schätzen verwickelt wird. Ohne zu viel zu verraten: Zwischen einer geheimnisvollen, namenlosen Frau und einem verschollenen Meisterwerk entwickelt sich ein Wettlauf gegen die Zeit, der nicht nur Pulsfrequenz, sondern auch die Frage nach Wahrheit und Verblendung immer wieder neu entfacht. Allon als Figur ist dabei angenehm vielschichtig – kein steifer Held, sondern jemand mit Ecken, Kanten und einem feinen Gespür für Kunst, aber auch für Intrigen. Silvas Schreibstil ist dabei eher schnörkellos und geradeaus, was dem Tempo des Thrillers gut tut. So zieht man Seite um Seite, ohne sich in Details zu verlieren.
Besonders beeindruckt hat mich, wie gut Silva Atmosphäre aufbaut: Vom morbiden Charme der venezianischen Lagune bis hin zu den prunkvollen Auktionshäusern – ich konnte die Orte klar vor Augen sehen, fast riechen. Das macht Lust auf Urlaub und Kunstkauf zugleich! Ein kleiner Kritikpunkt: Manche Passagen wirken gelegentlich ein bisschen klischeehaft, vor allem wenn es um Mafia-Dialoge geht, da hätte ich mir etwas mehr Originalität gewünscht. Auch die Figuren rund um die Antagonisten bleiben etwas blass, obwohl gerade hier mehr Tiefe das Ganze noch spannender gemacht hätte.
Wenn ihr Lust auf einen Thriller habt, der geschickt Kunstgeschichte mit politischer Spannung verbindet und euch mit einer zackigen, gut erzählten Geschichte nicht loslässt, seid ihr hier genau richtig. Für alle, die gerne in die undurchsichtigen Abgründe von Macht und Geld eintauchen wollen, ist „Das Meisterwerk“ ein sicherer Treffer – flott, spannend und manchmal auch überraschend.
4 von 5 Sternen – ein solider Thriller mit einem Hauch von Renaissance-Zauber, der Lust macht auf mehr, aber nicht perfekt ist. Wer sich auf die Jagd nach Da Vinci’s Geheimnissen einlässt, wird gut unterhalten.
Klappentext
Gabriel Allon erhält den Auftrag, eines der bedeutendsten Gemälde Venedigs zu restaurieren. Doch als er die Leiche einer mysteriösen Frau in den Gewässern der venezianischen Lagune entdeckt, gerät er in einen verzweifelten Wettlauf um ein verloren geglaubtes Meisterwerk von Leonardo da Vinci. Das Gemälde – ein Porträt eines wunderschönen jungen Mädchens – hat über ein Jahrhundert lang unbeachtet in einem Lagerraum der Vatikanischen Museen gelegen, falsch zugeordnet und unter einem wertlosen Bild eines unbekannten Künstlers verborgen. Da niemand weiß, dass sich der Leonardo dort befindet, fällt es auch niemandem auf, als es eines Nachts während eines verdächtigen Stromausfalls verschwindet. Niemandem – außer den skrupellosen Mafiosi und Finanzhaien hinter dem Diebstahl und der geheimnisvollen Frau, die Gabriel tot in Venedig fand. Eine Frau ohne Namen. Eine Frau ohne Gesicht.
Die Handlung entfaltet sich in atemberaubendem Tempo – von den Galerien und Auktionshäusern Londons über eine Enklave unvorstellbaren Reichtums an der Côte d’Azur bis hin zu einem schockierenden Höhepunkt auf dem Petersplatz, wo das Leben eines Papstes auf dem Spiel steht.