Wenn dir das hier gefiel …
Affenhitze
Key Facts
Kritik
Kaum schlägt man „Affenhitze“ auf, spürt man förmlich die drückende Schwüle und das Chaos, das Kommissar Kluftinger durch den Kopf geht. Dass Klimaanlagen in diesem Fall keine Rolle spielen, sondern kluges Kombinieren und ein schräger Humor, macht das Buch zu einem erfrischend anderen Krimi. Die Kulisse im sonnigen Allgäu mit einem mysteriösen Fund eines Urzeitaffen-Skeletts sorgt für die perfekte Mischung aus Lokalkolorit und archaischer Spannung.
Kluftinger als Ermittler ist wiedermal ein bisschen eigenwillig, charmant unbeholfen und herrlich menschlich – auch wenn er diesmal noch etwas mehr im Mittelpunkt steht als sonst. Das tut der Geschichte gut, bringt aber gelegentlich das Gefühl mit, dass die Figur fast ein Eigenleben entwickelt, das nicht jedem gefallen wird. Wer auf starke Persönlichkeiten steht, wird das spannend finden, doch Fans der eher subtilen Entwicklung könnten hier etwas mehr Variation vermissen. Die Handlung rund um den Tod von Professor Brunner und die Sekte drumherum bietet genug Verdächtige und Wendungen, um die Neugier am Köcheln zu halten, ohne sich in wildem Rätselraten zu verlieren.
Was mich besonders überzeugt hat? Der lockere, fast augenzwinkernde Erzählstil der beiden Autoren, der trotz ernstem Thema genügend Raum für Leichtigkeit lässt. Und dann sind da diese kleinen Alltagsgeschichten aus Kluftingers Privatleben – von dubiosen Erziehungsansätzen bis zum überraschend riskanten Drohnenflug –, die das Ganze wunderbar lebendig machen. So bekommt man nicht nur einen Krimi, sondern auch einen Blick auf einen Ermittler, der mehr ist als nur sein Job.
Kritisch angemerkt: Wer auf klassische, knallharte Krimis steht, könnte sich an der gelegentlichen Verspieltheit stören oder finden, dass der Fall selbst nicht zwingend das Highlight ist. Für meinen Geschmack darf es aber auch mal etwas weniger gnadenlose Spannung und mehr Charakter geben – das macht das Buch liebenswert und sympathisch.
Kurzum: „Affenhitze“ ist genau das Richtige für Krimifreund:innen, die Lust auf eine Prise Humor, einen bodenständigen Helden und eine sommerlich heiße Ermittlungsstory haben. Kein literarisches Meisterwerk, aber ein ansprechender, unterhaltsamer Lesespaß mit Tiefgang und Augenzwinkern.
** (4 von 5 Sterne)
Klappentext
Zefix ... was für eine Hitze! Eigentlich viel zu schwül, um vor die Tür zu gehen. Aber Kluftinger hat keine Wahl: Er muss in der Tongrube ermitteln, in der Professor Brunner vor einiger Zeit das berühmte Skelett des Urzeitaffen "Udo" ausgegraben hat. Nun wurde Brunner verscharrt unter einem Schaufelbagger gefunden. Der Wissenschaftler, der mit seinem Fund beweisen wollte, dass die Wiege der Menschheit im Allgäu liegt, hatte viele Feinde. Kluftinger hat deshalb gleich mehrere Verdächtige im Visier, darunter die Mitglieder einer obskuren Sekte. Aber auch privat muss sich der Kommissar um ein Observationsobjekt kümmern: Die Tagesmutter seiner kleinen Enkelin verfolgt höchst seltsame Erziehungsansätze. Grund genug, ihr genauer auf die Finger zu schauen und Flugstunden mit Doktor Langhammer und seiner neuen High-Tech-Drohne auf sich zu nehmen. Doch der Probeflug gerät gefährlich aus dem Ruder ...