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Die Entführung
Key Facts
Kritik
Kaum hat man das Buch aufgeschlagen, ist man mittendrin in einem Wirbel aus Spannung, moralischen Zwiespälten und überraschenden Wendungen – „Die Entführung“ nimmt einem sofort gefangen. Mitch McDeere, der uns schon aus früheren Geschichten bekannt ist, wird nach Jahren der Ruhe erneut mit seiner Vergangenheit konfrontiert. Diesmal geht es um eine Lösegeldforderung in einem mörderischen Spiel, bei dem nicht nur seine Karriere, sondern auch sein Leben und das seiner Liebsten auf dem Spiel stehen.
John Grisham versteht es meisterhaft, den Leser durch New York, Rom und die dunklen Machenschaften hinter den Kulissen der Justiz zu führen. Mitch ist als Hauptfigur gewohnt clever, dabei aber nicht unfehlbar – gerade diese Mischung macht ihn sympathisch und nahbar. Der Schreibstil ist knackig, ohne zu ausschweifend zu werden, was das Buch flott vorantreibt und fast wie ein Thriller wirken lässt, obwohl es juristische Themen beleuchtet.
Was mir gut gefallen hat: Grisham jongliert geschickt mit den Perspektiven und hält die Spannung bis zum Schluss hoch, ohne sich in endlosen Details zu verlieren. Allerdings muss ich zugeben, dass manche Wendungen an den Haaren herbeigezogen wirkten und die ein oder andere Figur im Vergleich etwas blass bleibt – ein bisschen mehr Tiefe hätte dem Ganzen gut getan. Trotzdem stört das den Lesefluss nicht allzu sehr.
Für alle, die Lust auf einen spannenden Mix aus Anwaltsthriller und Action haben, ist „Die Entführung“ genau das Richtige. Wer allerdings komplexe Charakterstudien oder tiefgründige Gesellschaftskritik erwartet, könnte etwas enttäuscht sein.
Kurz gesagt: Ein packender Page-Turner mit kleinen Schwächen, der Spaß macht, ohne das Rad neu zu erfinden. 3,5 von 5 Sternen.