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Schändung - Der Fasanentöter
Key Facts
Kritik
Kaum aufgeschlagen, zieht einen „Schändung – Der Fasanentöter“ von Jussi Adler-Olsen mitten hinein in ein düsteres Netz aus Mord, Macht und tiefen Abgründen der Gesellschaft. Dieser Thriller lässt einen nicht mehr los – versprochen. Zwei Geschwister werden brutal in einem Sommerhaus ermordet, und die Spur führt zu einer Gruppe elitärer Schüler, die schon damals durch ihre Gewalt bekannt waren. Doch zwanzig Jahre später wühlt Deniz Carl Mørck den alten Fall wieder auf und stößt auf Mauern der Schweigsamkeit, die bis in die höchsten Kreise reichen.
Was Adler-Olsen hier schafft, ist mehr als „nur“ Spannung: Die Figuren, vor allem Carl und sein cleverer Assistent Assad, sind nicht nur Ermittler, sondern fast wie alte Bekannte, bei denen man das Gefühl hat, mit am Tisch zu sitzen. Der Autor jongliert wunderbar mit Charakteren aus der obersten Gesellschaftsschicht bis hin zu den Randfiguren, deren Leben erschreckend real und berührend dargestellt werden. Besonders gefällt mir, wie authentisch und bodenständig der Schreibstil ist – kein überflüssiger Schnickschnack, sondern klare, schnörkellose Sprache, die trotzdem Tiefgang hat.
Klar, manchmal braucht das Buch ein paar Kapitel, bis man richtig drin ist. Die vielen Ebenen und Namen können am Anfang ein bisschen verwirrend wirken, aber das legt sich schnell, versprochen. Und es lohnt sich definitiv, dranzubleiben! Einzig, wer es eher locker und schnell mag, könnte hier stellenweise etwas weniger Geduld haben.
Insgesamt ein knallharter, gesellschaftskritischer Thriller, der mit echtem Herzblut geschrieben ist und einen mitnimmt in eine Welt, die man lieber nicht kennen würde – aber doch unbedingt verstehen will. Für alle, die Spannung mit Tiefgang und ein wenig schmutzigen Wahrheiten lieben, ist „Schändung – Der Fasanentöter“ genau das Richtige.
4,5 von 5 Sternen – ein Muss für Thrillerfans mit Anspruch.