Am Ende des Fortschritts
Key Facts
Kritik
Wer sich fragt, wie es mit unserer Welt eigentlich weitergehen soll, der findet in „Am Ende des Fortschritts“ von Kohei Saito eine klare, mutige Stimme. Schon beim ersten Auftakt dieses Buchs schwebt einem so eine Mischung aus Dringlichkeit und Hoffnung im Kopf – ein seltener Balanceakt in Zeiten, die zugleich beängstigend und unsicher sind.
Saito öffnet ohne Umschweife die Türen zu einer Realität, die vielen von uns eher Bauchscherzen als Zukunftsvisionen bereitet: Ressourcen sind knapp, geopolitische Spannungen nehmen zu, und der Kapitalismus mit seinen Tech-Giganten scheint auf dem besten Weg, die Welt in eine Art digitale Barbarei zu stürzen. Statt Heilversprechen gibt es hier schonungslose Fragen: Wer bestimmt über Land, Wasser oder Energie, wenn der Klimawandel alles ins Wanken bringt? Und gerade hier liegt auch die Stärke des Buches. Saitos Analyse ist scharf, verständlich und unverblümt, ohne dabei in Pessimismus zu versinken.
Die Hauptfigur ist weniger eine Person als ein komplexes Geflecht aus ökonomischen, politischen und gesellschaftlichen Kräften, die Saito mit präziser Klarheit beleuchtet. Sein Schreibstil ist dabei angenehm flüssig, nüchtern und dennoch mitreißend – keine trockene Philosophie, sondern erfrischend lebensnah, fast schon ein Dialog mit der Leserschaft. Das macht es leicht, sich in dem manchmal recht abstrakten Stoff zurechtzufinden und beim Lesen immer dran zu bleiben.
Einziger kleiner Wermutstropfen: Wer sich schon oft mit kritischer Kapitalismusanalyse beschäftigt hat, wird manches Vertraute entdecken und hier und da den Wunsch nach noch mehr konkreten Handlungsschritten verspüren. Aber gerade weil Saito so grundlegend fragt, rüttelt er zumindest kräftig wach – und das ist in unserer Zeit mehr wert, als man denken sollte.
Fazit: „Am Ende des Fortschritts“ ist ein kraftvolles Weckruf-Buch mit Biss, das alle anspricht, die weder naiv noch resigniert sein wollen – sondern wissen wollen, wo wir gerade stehen und wie es anders gehen könnte. Lesenswert, tiefgründig und gleichzeitig beeindruckend klar.
4 von 5 Sternen
Klappentext
Das neue Buch des Star-PhilosophenFür einen notwendigen Umbau der WirtschaftKlarsichtige Analyse mit drastischem Ausblick
In seinem neuen Buch zeigt Kohei Saito eindrucksvoll, wie aus Ressourcenknappheit und geopolitischen Spannungen ein neues Zeitalter der Mangelwirtschaft entsteht und der Kapitalismus an einer von Tech-Oligarchen beherrschten Welt scheitert. Denn ihre Heilsversprechen lösen nicht die entscheidenden Fragen: Wer kontrolliert Land, Wasser, Nahrung und Energie, wenn die Klimakrise die Grundlagen des Wohlstands zerreißt?
Während Eliten ihr eigenes Überleben sichern, erodieren Demokratie und Gleichheit. Eine Folge davon ist ein neuer Autoritarismus, der die gesamte Welt überziehen wird. Auf Grundlage dieser radikalen wie dringlichen Diagnose der Gegenwart entwickelt Kohei Saito schließlich einen geradezu überraschenden Gedanken: Es gibt Hoffnung.