Wenn dir das hier gefiel …
Teufelsring
Key Facts
Kritik
Man kann gar nicht anders, als sofort in den dichten, düsteren Sog von „Teufelsring“ einzutauchen – diese Atmosphäre hat mich von der ersten Seite an in ihren Bann gezogen. Frida Skybäck liefert hier einen skandinavischen Krimi ab, der mehr ist als nur ein weiterer Mordfall: Ein grausamer Fund im Moor bringt längst vergrabene Wunden eines kleinen Dorfes ans Licht, und das Netz aus Geheimnissen und Schuldzuweisungen zieht sich zäh und bedrückend durch die Geschichte.
Im Mittelpunkt stehen Fredrika Storm und Henry Calment, ein Ermittler-Duo, das mit großer Empathie und unerschütterlichem Spürsinn agiert. Fredrikas Blick auf die Gemeinschaft mit ihren verschlossenen Bewohnern, ihre Achtsamkeit gegenüber Mattias‘ Hörbehinderung und ihr feines Gespür für Zwischentöne machen sie zu einer glaubwürdigen und sehr sympathischen Protagonistin. Der Schreibstil von Skybäck ist eingängig und klar, ohne je oberflächlich zu wirken. Sie schafft es, Spannung aufzubauen, die sich nicht in hektischer Action erschöpft, sondern durch allmähliches Enthüllen von Wahrheiten und komplexen Charakteren besticht.
Was mir besonders gut gefiel? Die Geschichte bleibt trotz aller Dunkelheit immer nah an den Menschen, an ihren Verletzungen und ihrem Kampf mit der Vergangenheit. Das Dorf Vallkärra ist ein eigener Charakter – mit seinen Eigenheiten, Ängsten und der Loyalität, die sowohl schützt als auch erstickt. Zwischendurch nimmt man sich automatisch vor, nie gleich jemanden zu verurteilen, denn hier zeigt sich, wie sehr jeder seine eigene Wahrheit und Last hat.
Kritisch betrachtet: Manchmal zieht sich die Handlung etwas zu sehr in die Breite, und einige Hintergründe hätten für meinen Geschmack knackiger erzählt werden können. Das Tempo hätte an gewissen Stellen ruhig etwas flotter sein dürfen, um die Spannung noch mehr zu steigern. Auch die vielen Namen und Beziehungen kosten anfangs einiges an Konzentration.
Insgesamt ist „Teufelsring“ ein starker Nordic Noir, der mit einer tiefgründigen Story und authentischen Figuren überzeugt – perfekt für alle, die neben nervenaufreibender Spannung auch Wert auf eine dichte Atmosphäre und menschliche Dramen legen. Kein Buch zum Weglegen, aber definitiv eines, das man mitnimmt, um es bis zum Schluss zu durchdringen.
4 von 5 Sternen – ein Muss für Krimifreunde, die es etwas anspruchsvoller und atmosphärischer lieben.
Klappentext
Mit ›Teufelsring‹ setzt Frida Skybäck ihre erfolgreiche Reihe um Ermittlerin Fredrika Storm eindringlich fort: ein Nordic Noir-Krimi über verdrängte Wahrheiten, das Echo der Vergangenheit und den Moment, in dem ein Dorf nicht länger wegsehen kann.
Ein brutaler Mord im Moor und die Schatten einer alten Tragödie
Im Naturreservat Nöbbelövs Mosse bei Lund entdeckt eine Familie beim Camping die grausam zugerichtete Leiche des 21-jährigen Mattias Lindqvist. Für Fredrika Storm und Henry Calment beginnt ein Fall, der schnell über die Grenzen des kleinen Dorfs Vallkärra hinausweist – und der mehr Fragen aufwirft, als den Ermittlern lieb sein kann.
"Joost?", sagte Lenz in einem sanfteren Tonfall und ging neben seinem Sohn in die Hocke. "Was schaust du da an?"
Der Junge sagte nichts, doch als Lenz versuchte, ihn zu sich zu drehen, hob er die Hand und zeigte auf etwas. "Da", flüsterte er. Lenz ließ seinen Blick wandern, und als er hinter den Grashalmen etwas entdeckte, stand er wieder auf.
Lag dort jemand? Er ging näher und zuckte zusammen, als er einen blutigen Kopf sah.
"Ist er tot?", fragte Joost.
Als Lenz begriff, was sie gefunden hatten, brach eine Welle der Panik über ihn herein. Eine männliche Leiche in gepflegter Kleidung, über dessen zerschlagenem Gesicht Insekten schwirrten.
Ein Verbrechen, das nie aufgeklärt wurde
Mattias' Tod rührt an eine alte Wunde: Vor fünfzehn Jahren wurde seine Mutter Lena auf dieselbe grausame Weise ermordet, der Täter nie gefunden, ihr Partner verschwand spurlos. In Vallkärra lebt die Erinnerung in Gerüchten und Verdächtigungen weiter. Was verbindet die beiden Verbrechen – und wer hat ein Interesse daran, dass die Wahrheit bis heute im Dunkeln bleibt?
Das Ermittlerduo Frederika Storm und Henry Calment gegen ein Netz aus Einschüchterung und Loyalität
Während Fredrika in Mattias' zurückgezogenes Leben zwischen Hörbehinderung, Dorfalltag und einer Online-Community eintaucht, stoßen sie und Henry auf Drohungen, Abhängigkeiten und eine Familie, die Probleme lieber mit Druck als mit Worten löst. Je näher sie dem Kern der Geschichte kommen, desto gefährlicher wird es – denn in Vallkärra schützt man Geheimnisse um jeden Preis.
»Frida Skybäck wird immer besser. ›Teufelsring‹ ist ein sehr gut geschriebener und kluger Kriminalroman.« Mattias Edvardsson, Bestsellerautor von "Die Lüge"
Bisher sind von der Frederika Storm-Reihe von Frida Skybäck bereits erschienen:
Band 1: Schwarzvogel
Band 2: Eisenblume
Band 3: Schattenmädchen