Wenn dir das hier gefiel …
Der Gesang des Falken
Key Facts
Kritik
Kaum hat man die ersten Seiten von „Der Gesang des Falken“ aufgeschlagen, fühlt man sich direkt ins prunkvolle, aber auch hinterhältige Paris der Renaissance katapultiert. Lea Gerstenberger nimmt uns mit an den königlichen Hof von François I., wo Glanz und Glamour dicht neben politischen Intrigen und sehnsüchtigen Träumen stehen. Im Zentrum der Geschichte steht Marcelle – die Tochter des Großstallmeisters –, die zwischen den steifen Höfischen Erwartungen und ihrem inneren Wunsch nach Freiheit hin- und hergerissen ist. Ihre Begegnung mit Anne Boleyn, jener jungen Frau, die später Geschichte schreiben wird, verleiht dem Roman eine besondere Tiefe. Die Freundschaft zwischen den zwei so unterschiedlichen Charakteren bildet das Herzstück der Handlung.
Marcelle ist eine Figur, mit der man schnell warm wird: ehrlich, ungeschönt und auf ihre Weise stark. Anne Boleyn dagegen, zunächst fast undurchsichtig und elegant, wächst einem im Laufe des Buchs immer mehr ans Herz – ihre Scharfsinnigkeit und dieser unterschwellige Freiheitsdrang sorgen für Spannung und Emotionen. Der Schreibstil von Gerstenberger ist dabei ein echtes Plus: flüssig, lebendig und bildhaft, ohne dabei zu ausschweifend oder schwerfällig zu wirken. Man spürt die Atmosphäre des Hofes, riecht den Staub der Ställe und fühlt die Kälte der politischen Machtspiele fast greifbar.
Natürlich ist „Der Gesang des Falken“ ein historischer Roman, der viel Wert auf Authentizität legt – das war nicht nur spannend, sondern hat mir auch einen lebendigen Eindruck der Zeit vermittelt. Manchmal hätte ich mir an manchen Stellen ein bisschen mehr Tempo gewünscht, denn gerade die Hofintrigen ziehen sich gelegentlich etwas hinaus. Doch das schmälert den Lesespaß nicht wirklich.
Alles in allem bekommt man hier eine gelungene Mischung aus Historie, Freundschaft und einer Portion rebellischem Geist serviert – perfekt für alle, die sich für die Renaissance und die frühen Lebensjahre einer faszinierenden Figur wie Anne Boleyn interessieren. Wer Lust hat auf eine mitreißende Geschichte voller Emotionen und dabei auch den ein oder anderen Geheimtipp über einen der einflussreichsten Höfe Europas sucht, liegt mit diesem Buch goldrichtig.
4 von 5 Sternen – ein fesselnder Ausflug in eine Zeit, die so lebendig erzählt wird, dass man am liebsten sofort wieder ins nächste historische Abenteuer eintauchen möchte.
Klappentext
Anne Boleyn schrieb in England Geschichte. Doch ihr Charakter wurde in Frankreich geformt.
Paris, 1514. Der königliche Hof glänzt vor Pracht und Reichtum, doch hinter den Kulissen herrschen Missgunst und Intrigen. Marcelle, die Tochter des Großstallmeisters, verabscheut dieses Theater. Wirklich glücklich ist sie nur fernab des Hofes beim Zeichnen und mit ihrem einzigen Freund Jean, dem Sohn des Großfalkners.
Als Marcelle von ihrem Vater gezwungen wird, sich als Hofdame der englischen Braut des Königs zu beweisen, wird ihr ein junges Mädchen zur Seite gestellt – Anne Boleyn. Sie scheint alle höfischen Tugenden zu verkörpern: elegant, gebildet, unnahbar. Deshalb darf sie auch in Frankreich bleiben, als ein neuer König den Thron besteigt. Doch Marcelle blickt bald hinter die Fassade der Engländerin und entdeckt in Anne eine Verbündete, deren Scharfsinn und verborgener Freiheitsdrang ihr imponieren. Kann ihre Freundschaft den beiden helfen, sich zwischen höfischen Intrigen und großen Träumen zu behaupten und ihren eigenen Weg zu finden?
In diesem atmosphärischen und hochspannenden historischen Debütroman entführt uns Lea Gerstenberger an den schillernden Hof von François I. Eine dramatische Geschichte über das Erwachsenwerden, die Bedeutung wahrer Freundschaft und das beeindruckende Umfeld, das die junge Anne Boleyn prägte.
Perfekt für Fans von opulenten historischen Romanen und Leser*innen, die sich für die Tudor-Zeit und die europäische Renaissance begeistern