Wenn dir das hier gefiel …
Schwarzvogel
Key Facts
Kritik
Manchmal reicht schon ein frostiger Wintermorgen auf einem zugefrorenen See, um einen Krimi richtig spannend zu machen – genau so startet „Schwarzvogel“ von Frida Skybäck. Man spürt sofort diese eisige Kälte und die Gefahr, die sich in den schwarzen Fluten verbirgt. Die Geschichte folgt Fredrika Storm, einer jungen Ermittlerin, die ausgerechnet in ihre alte Heimat zurückkehrt und sofort mit einem kniffligen Fall konfrontiert wird: Eine Frau ertrinkt im See, und der Fall berührt alte Familiengeheimnisse und lange verschwiegenes Leid. Das Ganze ist nicht nur ein klassischer Krimi, sondern eine geheimnisvolle Mischung aus persönlicher Vergangenheit und kriminalistischer Spannung.
Fredrika als Hauptfigur ist ziemlich sympathisch – frisch, aber mit einem Hauch von Verletzlichkeit und Durchsetzungsvermögen, der sie glaubhaft macht. Besonders ihr Teamkollege Henry Calment bringt Leben in die Bude: Mit seinem leicht exzentrischen Verhalten erinnert er stellenweise fast an einen jungen Sherlock Holmes, was für einige humorvolle Momente sorgt. Skybäcks Schreibstil ist dabei flüssig und atmosphärisch dicht, ohne zu verkünstelt zu wirken – genau richtig, um sich auf das hiesige Dorfleben und die düstere Stimmung einzulassen.
Klar, das „Cop kommt zurück in seine Heimat und hat familiäre Probleme“-Setting ist nicht gerade neu und wirkt an manchen Stellen ein bisschen vertraut, fast schon ein bisschen abgenutzt. Bei manchem langsamen Erzähltempo hätte ich mir manchmal etwas mehr Tempo gewünscht, um richtig an die Seiten gefesselt zu werden. Aber die Charaktere und die Stimmung tragen einen doch weiter, selbst wenn der Plot nicht mit Supernovas um sich wirft.
Alles in allem ist „Schwarzvogel“ ein solider skandinavischer Krimi, der vor allem Fans von charismatischen Ermittler-Duos und heimtückischen Dorfgeheimnissen anspricht. Wer auf atmosphärische Spannung und psychologisch vertrackte Geschichten steht, wird hier gut bedient – und kann dem winterlich düsteren Setting kaum widerstehen.
3,5 von 5 Sternen – verlockend, aber mit Luft nach oben.
Klappentext
Das Krimidebüt der schwedischen Bestsellerautorin Frida Skybäck. Für Leser*innen von Skandinavien-Krimis, Fans von Viveca Sten, Kristina Ohlsson und Charlotte Link.
An einem dunklen Wintermorgen hetzt eine junge Frau über einen zugefrorenen See. Das Eis trägt nicht, die Frau versinkt binnen Sekunden im eiskalten schwarzen Wasser ... Die junge Ermittlerin Fredrika Storm, in der Gegend aufgewachsen, stößt zum bunten Team der Mordkommission Lund. Gleich an ihrem ersten Tag wird sie mit dem verschrobenen Henry Calment auf den Fall der ertrunkenen Frau angesetzt. Dieser Fall rührt an Geschichten, über die in Fredrikas Heimatdorf Harlösa schon viel zu lange geschwiegen wird. Und er führt zurück in ihre eigene Familienvergangenheit, zum plötzlichen Verschwinden ihrer Mutter vor vielen Jahren. Bald muss sich Fredrika entscheiden: Ist sie ihrer Familie oder der Wahrheit verpflichtet?
Der Auftakt der Krimireihe um die Ermittlerin Fredrika Storm und ihren exzentrischen Kollegen Henry Calment.
»Atmosphärisch und komplex, psychologische Spannung vom Feinsten.« Marie Magnussen, Smålandsposten