Wenn dir das hier gefiel …
Ist doch schön hier
Key Facts
Kritik
Manchmal liest man ein Buch, das einen an die Hand nimmt und leise sagt: „Schau mal genauer hin, hier steckt mehr als nur eine Geschichte.“ „Ist doch schön hier“ von Miriam Burdelski ist genau so ein Buch. Es nimmt dich mit auf eine Reise – nicht nur geografisch, sondern vor allem emotional. Liesel begleitet ihre Großmutter Emmi zurück in die ehemalige Provinz Ostpreußen, wo Vergangenheit und Gegenwart verschmelzen. Doch was wie eine einfache Reise beginnt, wird schnell zu einem tiefen Blick in Familiengeheimnisse, unausgesprochene Gefühle und die Suche nach einem Ort, den man Heimat nennen kann.
Die Figuren sind wunderbar lebendig gezeichnet, besonders Liesel mit ihrer Mischung aus Neugier und Verletzlichkeit. Emmi wiederum wirkt erst verschlossen, doch nach und nach entfaltet sich ihre Geschichte wie ein zartes Blatt, das sich im Wind öffnet. Burdelskis Schreibstil ist fließend, ehrlich und ohne Schnörkel – dabei schafft sie es, dass man die Landschaften und Stimmungen fast riechen kann. Man fühlt sich direkt am Rauschen der Ostsee und mitten zwischen Birkenalleen und alten Gutshäusern. Besonders gelungen fand ich, wie das Thema Heimat nicht auf Klischees reduziert wird, sondern als vielschichtiger, emotionaler Prozess dargestellt wird.
Klar, an manchen Stellen hätte die Erzählung vielleicht noch ein bisschen mehr Tempo vertragen können – da gerät sie zuweilen etwas behäbig. Auch einige Nebencharaktere bleiben eher skizziert als voll ausgearbeitet, was ich schade fand, weil die zentrale Geschichte so viel Tiefe hat. Aber das schmälert den Gesamteindruck kaum.
Wer Lust auf ein nachklingendes Buch hat, das zu stillen Momenten einlädt und mit seiner sanften Stärke berührt, liegt hier goldrichtig. „Ist doch schön hier“ ist kein Roman für schnelle Unterhaltung, sondern zum Innehalten und Nachdenken – ein Buch, das man spürt und nicht nur liest.
Mein Fazit: Ein warmherziger, berührender Roman über Familie, Erinnerung und die schwierige Suche nach Heimat – sehr empfehlenswert.
★★★★★ (4 von 5 Sternen)
Klappentext
Als Liesel ihre Großmutter Emmi auf eine Reise in die ehemalige Provinz Ostpreußen begleitet, sucht sie mehr als nur einen Ort – sie sucht Antworten. Antworten auf die Fragen, die zwischen den Generationen stehen, auf die Geheimnisse, die sich in vergilbten Kalendern und in Emmis Schweigen verstecken. Zwischen Birkenalleen, alten Gutshäusern und dem Rauschen der Ostsee entfaltet sich eine Geschichte von Verlust und Hoffnung, von Schuld und Liebe. Doch je näher Liesel der Vergangenheit kommt, desto deutlicher spürt sie: Heimat ist kein Ort, den man auf der Landkarte findet. Heimat sind die Menschen, die bleiben, wenn alles andere verschwindet.
Ein gewaltiger und zutiefst berührender Roman über das Erinnern, das Vergeben und die Sehnsucht, irgendwo anzukommen.