Wenn dir das hier gefiel …
Alles ihre Schuld
Key Facts
Kritik
Kaum hat man „Alles ihre Schuld“ von Andrea Mara aufgeschlagen, wird man sofort in einen Strudel aus Spannung und Emotionen gezogen, der einen so schnell nicht mehr loslässt. Die Geschichte um den verschwundenen kleinen Milo in einem eigentlich so ruhigen Wohnviertel hat mich sofort gepackt. Wer steckt hinter seinem Verschwinden? Und wie gut kennt man wirklich die Nachbar:innen, mit denen man Tür an Tür lebt?
Im Mittelpunkt steht Marissa, deren verzweifelte Suche nach ihrem Sohn ich wirklich mitgefühlt habe – die Angst, das nagende Ungewisse und die Fragen, die einem nicht mehr aus dem Kopf gehen. Andrea Mara schafft es mühelos, aus vermeintlich banalen Familienumständen eine kluge, nervenaufreibende Erzählung zu stricken. Dabei sind die Charaktere alles andere als schwarz-weiß; sie werden lebendig, haben Ecken und Kanten und werden mit jeder enthüllten Schicht komplexer.
Was mich besonders beeindruckt hat, ist Maras klarer, schnörkelloser Stil. Man kommt wunderbar flott durch die Seiten, und dennoch verliert das Buch nie an Tiefe. Die kleinen Details des Alltags werden hier geschickt genutzt, um Misstrauen und Paranoia nach und nach wachsen zu lassen. Man will einfach wissen, was als Nächstes passiert.
Klar, manchmal hätte ich mir ein paar mehr Überraschungsmomente oder etwas mehr Tempo gewünscht, aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Der Storyfluss lässt einen trotzdem kaum durchatmen, gerade wenn man sich schon sicher fühlt. Diese Mischung aus Familiendrama und Thriller ist sehr stimmig und zeigt, dass Andrea Mara mit feinem Gespür für psychologische Spannung schreibt.
Wenn du auf der Suche nach einem packenden Thriller bist, der ohne übertriebenen Krawall auskommt, aber dafür umso überzeugender in seine Figuren und deren Abgründe eintaucht, dann ist „Alles ihre Schuld“ definitiv dein nächster Urlaub für die Gedanken. Perfekt für alle, die gern miträtseln und bei denen Drama und Nervenkitzel Hand in Hand gehen.
Ich vergebe solide 4 von 5 Sternen – ein spannender Psychothriller, der vor allem durch seine Atmosphäre und die authentischen Charaktere punktet. Nicht der nächste Mega-Großspur-Thriller, aber definitiv ein Buch, das dir lange im Kopf bleibt.
Klappentext
"Die Adresse ist Tudor Grove 14 – sollte ich noch nicht zu Hause sein, wenn du Milo abholst, passt unsere Nanny auf ihn und Jacob auf." Doch als Marissa Irvine zur vereinbarten Adresse kommt, wo ihr kleiner Sohn zum Playdate eingeladen war, erwartet sie ein Schock: Ihr öffnet nicht Jenny, die Mutter von Jacob. Auch kein Kindermädchen. Und von Milo hat die Frau, die dort wohnt, noch nie gehört. Eine fieberhafte Suche beginnt, doch der vierjährige Junge bleibt spurlos verschwunden. Wer hat Marissa und ihrem Mann diese Falle gestellt? Bald machen böse Gerüchte in der Idylle des Dubliner Vororts die Runde, und eine junge Frau gerät ins Visier der Polizei. Die Wahrheit verbirgt sich hinter abgründigen Geheimnissen, die nun Schicht um Schicht freigelegt werden ...
"Andrea Mara ist ein Star." Lee Child
"Ein Thriller, bei dem einem fast Herz stehenbleibt – und der einen bis zuletzt überrascht." Sunday Times (Crime Book of the Month)
Der Thriller wird als Miniserie mit Sarah Snook ("Succession") in der Hauptrolle verfilmt. Außerdem dabei: Dakota Fanning, Jake Lacey ("White Lotus") und Abbey Elliot ("The Bear").