Wenn dir das hier gefiel …
Das Original
Key Facts
Kritik
Wenn du dich auf einen typischen Grisham-Krimi freust, der dich von der ersten Seite packt und durch spannende Wendungen jagt, dann könnte „Das Original“ leider eher eine kleine Enttäuschung für dich sein. Die Geschichte startet vielversprechend mit dem Diebstahl seltener Manuskripte – ein Coup, der die Buchwelt erschüttert und sofort Neugier weckt. Das FBI ist dran, die Ermittlungen laufen, und mit Bruce Cable, dem Buchhändler aus Florida, wird eine Figur eingeführt, die versucht, sich aus allem herauszuhalten – zumindest auf den ersten Blick. Dann kommt noch eine junge Autorin ins Spiel, die undercover ermitteln soll, was den Spannungsbogen eigentlich ankurbeln könnte.
John Grisham schafft es auch diesmal, eine ganz eigene Atmosphäre zu schaffen, besonders durch die detaillierte und liebevolle Beschreibung der Buchhandlung und ihrer Welt. Die Figuren sind durchaus gut gezeichnet, wirken lebendig und sympathisch. Der Schreibstil fließt gewohnt locker und macht das Buch an manchen Stellen wirklich gut lesbar. Aber genau hier liegt auch das Problem: Die anfängliche Spannung verflacht ziemlich schnell. Über weite Strecken zieht sich die Handlung, verliert sich in zu vielen Nebensträngen, die für die Story kaum Relevanz haben – ja, sogar eine ausführliche Passage über die Eiablage von Schildkröten findet sich, was man sich locker hätte sparen können, wenn man das Buch an einem Stück lesen will.
Die Dialoge wirken teilweise langatmig und die große emotionale Verbindung zu den Protagonisten bleibt erstaunlich aus – da hätte man locker etwas mehr Tiefgang erwarten dürfen. Besonders im Mittelteil fühlt sich alles zäh an. Erst im letzten Drittel nimmt die Geschichte wieder Schwung auf, aber der Gesamteindruck bleibt leider etwas unausgegoren.
Kurz gesagt: wenn du Grishams knallharten Thrill à la „Die Jury“ oder „Die Firma“ suchst, bist du mit „Das Original“ vermutlich nicht glücklich. Für Fans von ruhigeren, atmosphärischen Krimis mit einer Prise Bücherliebe lohnt sich der Blick vielleicht trotzdem – aber mit eher gedämpften Erwartungen.
Ich vergebe 2 von 5 Sternen. Ein Grisham, der mehr Blätterrauschen als Nervenkitzel bietet.
Klappentext
In einer spektakulären Aktion werden die handgeschriebenen Manuskripte von F. Scott Fitzgerald aus der Bibliothek der Universität Princeton gestohlen. Eine Beute von unschätzbarem Wert. Das FBI übernimmt die Ermittlungen, und binnen weniger Tage kommt es zu ersten Festnahmen. Ein Täter aber bleibt wie vom Erdboden verschluckt und mit ihm die wertvollen Schriften. Doch endlich gibt es eine heiße Spur. Sie führt nach Florida, in die Buchhandlung von Bruce Cable, der seine Hände allerdings in Unschuld wäscht. Und so heuert das Ermittlungsteam eine junge Autorin an, die sich gegen eine großzügige Vergütung in das Leben des Buchhändlers einschleichen soll. Doch die Ermittler haben die Rechnung ohne Bruce Cable gemacht, der überaus findig sein ganz eigenes Spiel mit ihnen treibt.