Wenn dir das hier gefiel …
Das Spiel des Engels
Key Facts
Kritik
Man öffnet „Das Spiel des Engels“ und wird sofort von einer düsteren, fast schon geheimnisvollen Atmosphäre umfangen, die einen nicht mehr loslässt. Carlos Ruiz Zafón entführt uns in das Barcelona der 1920er Jahre, das durchzogen ist von Intrigen, verbotener Liebe und dunklen Geheimnissen. Im Zentrum steht David Martín, ein junger, vom Leben und Schicksal gebeutelter Schriftsteller, der sich verzweifelt nach Anerkennung und wahrer Liebe sehnt. Als ihm der mysteriöse Verleger Andreas Corelli ein Angebot macht, das verführerisch und gefährlich zugleich ist, beginnt ein Spiel, das ihn tiefer in dunkle Abgründe führt, als er je gedacht hätte.
David ist ein Protagonist, der das Herz berührt: verletzlich, kämpferisch, menschlich mit all seinen Schwächen und Träumen. Zafóns Schreibstil ist dabei der eigentliche Hauptdarsteller – er malt mit Worten Bilder, die so lebendig sind, dass man das Rattern der Straßenbahn, den Nebel über den Gassen und die dumpfe Melancholie der Protagonisten fast spüren kann. Die Sprache ist dabei nie zu dick aufgetragen, sondern schafft genau die richtige Balance zwischen Spannung, Romantik und einem Hauch von Gothic-Horror.
Was mir besonders gefallen hat, ist die meisterhafte Verschmelzung von Realität und Fantastischem, durch die das Buch zu einer geheimnisvollen Reise wird, bei der man nie genau weiß, was als Nächstes wartet. Ein bisschen mag das Ganze zwischendurch verwirrend wirken – wer detailverliebt in jedes dunkle Geheimnis eintauchen will, muss gut aufpassen. Aber genau das macht auch den Reiz aus.
Kritisch gesehen: Manchmal zieht die Geschichte ein wenig, und der Kosmos an Figuren und Handlungssträngen kann einen durchaus herausfordern. Das Tempo ist nicht immer durchgängig mitreißend, und wer es lieber schlicht und eindeutig mag, könnte hier an seine Grenzen stoßen. Trotzdem merkt man immer wieder, wie viel Leidenschaft und Herzblut in jeder Seite steckt.
Kurz und knapp: Wer schon „Der Schatten des Windes“ geliebt hat oder Lust auf eine tiefgründige, atmosphärische und emotional mitreißende Geschichte hat, die gleichzeitig ein bisschen Kopf und Herz fordert, ist hier genau richtig. Dieses Buch saugt dich ein, lässt dich mitfühlen und hinterlässt einen bleibenden Eindruck.
Ich vergebe 5 von 5 Sternen – ein echtes Must-read für alle, die sich gern in geheimnisvolle Welten entführen lassen und komplexe Charaktere lieben.
Klappentext
Barcelona in den turbulenten Jahren vor dem Bürgerkrieg: Der junge David Martín fristet sein Leben als Autor von Schauergeschichten. Als ernsthafter Schriftsteller verkannt, von einer tödlichen Krankheit bedroht und um die Liebe seines Lebens betrogen, scheinen seine großen Erwartungen sich in nichts aufzulösen. Doch einer glaubt an sein Talent: Der mysteriöse Verleger Andreas Corelli macht ihm ein Angebot, das Verheißung und Versuchung zugleich ist. David kann nicht widerstehen und ahnt nicht, in wessen Bann er gerät – und in welchen Strudel furchterregender Ereignisse …
Mit unwiderstehlicher erzählerischer Kraft lockt uns Carlos Ruiz Zafón wieder auf den Friedhof der Vergessenen Bücher: mitten hinein in einen Kosmos voller Spannung und Fantastik, Freundschaft und Liebe, Schrecken und Intrige. In eine Welt, die vom diabolischen Wunsch nach ewiger Schönheit regiert wird.