Wenn dir das hier gefiel …
Was ich nie gesagt habe
Key Facts
Kritik
Manchmal sind es die Geschichten, die ganz leise anfangen, die einem lange nach dem Zuklappen noch im Kopf nachhallen – genau so ist „Was ich nie gesagt habe“ von Susanne Abel. In diesem Roman treffen wir Tom Monderath, der gerade auf Wolke sieben schwebt, bis das Schicksal ihn plötzlich mit einem halben Dutzend neuer Familienmitglieder konfrontiert. Was folgt, ist eine Reise in die dunkle Vergangenheit seines Vaters, die Fragen aufwirft, die Tom und auch uns Leser:innen ganz schön ins Grübeln bringen.
Was mich sofort gepackt hat, sind die Figuren: Tom, der sympathisch ehrlich und manchmal überfordert durch seine neue Realität stolpert; Jenny, sein ruhender Pol und Partnerin in Crime; und Henk, der geheimnisvolle Halbbruder, der das Familienalbum auf einmal ordentlich durcheinanderwirbelt. Susanne Abels Schreibstil dabei? Locker, flüssig und doch tiefgründig genug, um die Tragik und Hoffnung dieser Geschichte wunderbar spürbar zu machen. Man merkt, dass hier jemand erzählt, der sein Handwerk wirklich versteht – ohne moralischen Zeigefinger, aber mit einer großen Portion Herz.
Was ich besonders liebe: Der Umgang mit dem Thema Schweigen innerhalb der Familie, wie Schicksalsschläge und unausgesprochene Wahrheiten ihr eigenes Leben führen. Das Buch schafft es, dieses schwere Thema so zu verpacken, dass es nicht erdrückt, sondern zum Nachdenken einlädt – eine ziemlich seltene Kunst. Ein bisschen flott geht’s manchmal voran, was die komplexen historischen Hintergründe etwas schmälern kann, aber das stört mich weniger, weil die Charaktere lebendig bleiben und die Emotionen immer spürbar sind.
Wenn du Lust auf eine Familiengeschichte hast, die viel mehr ist als nur Drama, die dich lachen, nachdenken und mitfiebern lässt, dann könnte „Was ich nie gesagt habe“ genau dein Buch sein. Es verbindet Vergangenheit und Gegenwart auf eine Weise, die berührt und neugierig macht, ohne sich selbst zu ernst zu nehmen. Für mich eine klare Leseempfehlung mit fünf von fünf Sternen.
Klappentext
Nach dem Nr. 1-SPIEGEL-Bestseller ›Stay Away From Gretchen‹ nun der zweite Roman der Ausnahmeautorin
Tom Monderath ist frisch verliebt: Mit Jenny erlebt er die glücklichste Zeit seines Lebens. Bis er durch Zufall auf seinen Halbbruder Henk stößt, der alles über ihren gemeinsamen Vater wissen will. Doch Konrad starb vor vielen Jahren und seine demente Mutter Greta kann Tom nicht befragen. Als sich weitere Halbgeschwister melden, wird es Tom zu viel. Jenny und Henk hingegen folgen den Spuren Konrads. Selbst fast noch ein Kind, kämpfte Toms Vater im Krieg, geriet in amerikanische Gefangenschaft, bevor er in den späten 40er-Jahren nach Heidelberg kommt. Dort verliebt er sich Hals über Kopf in die junge Greta, nicht ahnend, dass ein Geheimnis aus der dunkelsten Zeit des Nationalsozialismus ihre gemeinsame Familie ein Leben lang begleiten wird ...
Ein spannender und berührender Roman über Liebe, Verlust, zweite Chancen und die Sprengkraft des Schweigens – sowie über trügerische Gewissheiten und die Frage, was Familie zusammenhält.
»Abel schreibt unterhaltsame, sogar humorvolle Romane aus dem Elend, in das wir alle hineingeboren werden, ohne es uns aussuchen zu können. Chapeau!« Stern
»Eine seltene literarische Perle. Die Geschichte von Toms und Gretchens Familie sollte Schullektüre werden!« WDR
Alle Bände der ›Gretchen‹-Reihe:
Band 1: Stay away from Gretchen – Eine unmögliche Liebe
Band 2: Was ich nie gesagt habe – Gretchens Schicksalsfamilie
Lesen Sie auch »Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104«, den berührenden neuen Roman von Susanne Abel über die lebenslange Liebe zweier Heimkinder.