Unshame
Key Facts
Kritik
Dieser Blick in den Spiegel, der alles verändern kann – Louisa Dellert nimmt uns in „Unshame“ genau dorthin mit: an diesen Ort, an dem der tägliche Kampf gegen das eigene Spiegelbild beginnt. Aber keine Sorge, hier geht es nicht um weitere Diättipps oder Fitnessmantras, sondern um echtes Ausmisten in unserem Kopf.
„Unshame“ ist weniger ein klassisches Sachbuch, vielmehr ein persönliches Manifest gegen den Perfektionszwang, der uns alle packt, vor allem Frauen. Louisa, die selbst lange Zeit Fitnessinfluencerin war, öffnet ihre Karten und zeigt, wie tief der Blick in den Körperkatalog der Gesellschaft uns prägt – und wie diese Standards von Schönheitsindustrie und patriarchalen Strukturen mit uns spielen. Dabei bleibt die Autorin nahbar und authentisch, ohne belehrend zu wirken. Besonders stark: Ihr ehrlicher Ton, der keinen Raum für falsche Versprechungen lässt, sondern den Leser:innen vermittelt, dass der Weg zum Selbstwert kein Sprint, sondern ein Prozess ist.
Was mir richtig gut gefällt, ist, wie Dellert sich nicht nur mit den äußeren Einflüssen beschäftigt, sondern auch den inneren Dialog hinterfragt, den wir oft gar nicht bemerken. Das Buch fühlt sich an wie ein Gespräch mit einer Freundin, die es schafft, unangenehme Wahrheiten mit viel Wärme und Humor zu verpacken. Klar, an manchen Stellen könnte man sich etwas mehr Struktur wünschen – der lockere Stil lässt manchmal ein bisschen den roten Faden vermissen. Aber das macht das Ganze irgendwie auch menschlich und weniger trocken, was absolut zum Thema passt.
Für alle, die genug haben von Körperidealen, die mehr belasten als befreien, ist „Unshame“ eine starke Stimme, die Mut macht aufzubegehren und sich selbst endlich wieder anzunehmen. Ein Buch, das nicht nur aufklärt, sondern vor allem umarmt – perfekt, wenn du Lust hast, dich mal ohne Filter und Druck zu betrachten.
Mein Fazit: Ein ehrliches, kraftvolles Plädoyer für mehr Selbstliebe in einer durchgestylten Welt – locker geschrieben, mit Tiefgang und Herz. Klare Empfehlung für alle, die genug von falschen Schönheitsidealen haben und stattdessen echte Freiheit spüren wollen.
4 von 5 Sternen.
Klappentext
Vor dem Spiegel beginnt für viele der tägliche Kampf: zu dick, zu schlaff, zu faltig, zu unperfekt. Als ehemalige Fitnessinfluencerin kennt Louisa Dellert diesen Blick auf den eigenen Körper. Lange war sie selbst gefangen in Vergleichen und mit der ständigen Frage beschäftigt: Bin ich schön genug? In ihrem Buch will sie herausfinden, wie wir aus diesem Teufelskreis ausbrechen und endlich Frieden mit unserem Körper schließen können.
Wer verdient eigentlich an unserem schlechten Körpergefühl? Und wer entscheidet, welcher Körper "zu viel" ist? Louisa Dellert begibt sich auf eine Reise durch ihr eigenes Körperbild und schaut sich dabei die perfiden Mechanismen an, mit denen Schönheitsindustrie und Patriarchat Frauen systematisch verunsichern. Mit schonungsloser Ehrlichkeit und Empathie versucht sie zu verstehen, wie absurde Schönheitsnormen entstehen und warum Männer anders bewertet werden als Frauen. Ihr Buch ist der Versuch, den eigenen Körper endlich als das zu sehen, was er ist: ein Zuhause. Persönlich, aufklärerisch und voller Hoffnung: Ein Buch, das umarmt – und das System beleuchtet, das uns krank macht.
»Louisa Dellert zeigt uns die ungeschminkte Wahrheit darüber, wie wir unsere Körper betrachten. Lesenswert!« Elena Uhlig