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Wundbrand
Key Facts
Kritik
Man nimmt das Buch kaum aus der Hand, weil man wissen will, wie die Fäden zwischen Thailand und Schweden endlich zusammenlaufen. „Wundbrand“ von Cilla und Rolf Börjlind entführt uns in eine düstere Welt voller Schmerz, Schuld und verzweifelter Suche nach Wahrheit – und das auf ziemlich eindringliche Weise.
Im Mittelpunkt steht Tom Stilton, ein Ex-Kriminalkommissar, der sich in die abgeschiedene, von Opiumfeldern umgebene Landschaft des Goldenen Dreiecks zurückzieht. Dort versucht er – auf eine sehr persönliche, fast schon meditative Weise – das zu verarbeiten, was ihn innerlich zerfrisst. Parallel dazu ermittelt die junge Polizistin Olivia Rönning in einem brutalen Mordfall einer ganzen Familie in Stockholm. Während die Justiz scheinbar schnelle Antworten liefert, spürt Olivia, dass die Wahrheit komplexer ist – und dass Tom vielleicht mehr mit dem Fall zu tun hat, als auf den ersten Blick ersichtlich.
Was mir richtig gut gefallen hat, ist die Balance zwischen der ruhigen, fast schon poetischen Stimmung in Thailand und dem nervenaufreibenden Krimiplot in Schweden. Der Wechsel zwischen den Schauplätzen kratzt niemals an der Spannung, sondern verleiht der Geschichte überraschende Tiefe. Olivia als Figur ist sympathisch und glaubwürdig – sie hat diesen neugierigen, hartnäckigen Funk, der einen als Leser sofort an sich bindet. Tom dagegen bringt eine emotionale Verletzlichkeit mit, die den Thriller mehr als nur spannend macht – sie macht ihn menschlich.
Der Schreibstil ist klar und präzise, ohne zu trocken zu wirken. Die Börjlinds schaffen es, Bilder zu zeichnen, die haften bleiben, ohne das Tempo zu bremsen. Einzig eine winzige Schwäche: Die ein oder andere Passage hätte straffer sein können, ein bisschen weniger Hintergrundinfos hätten dem Buch hier und da gutgetan, um die Dramatik noch stärker zu machen. Aber das ist wirklich Meckern auf hohem Niveau.
Kurz gesagt: Wer auf atmosphärische Krimis mit einer Prise Tiefgang steht, bei denen es nicht nur um Schuld und Strafe, sondern auch um innere Dämonen geht, der ist bei „Wundbrand“ genau richtig. Für mich ein spannender Mix aus Thriller und Charakterstudie – definitiv 4,5 Sterne wert. Ein Buch, das man nicht so schnell vergisst!
Klappentext
THAILAND: Auf dem Fluss Kok gleitet ein Kanu. Am Ufer ziehen Opiumfelder vorüber. Ein Mann hat die Zivilisation hinter sich gelassen, um ins Goldene Dreieck zu gelangen. Es ist eine Reise zu sich selbst und ein Versuch, die schreckliche Tat aufzuarbeiten, die ihn verfolgt. Der Mann in dem Kanu ist Ex-Kriminalkommissar Tom Stilton.
STOCKHOLM: Die junge Polizistin Olivia Rönning ist mit einem Mord befasst, der Schweden in Atem hält. Eine ganze Familie wurde kurz vor der Fahrt in die Winterferien in ihrem Auto brutal ermordet. Ein Mann ist verdächtig, der auch verurteilt wird. Nur Olivia zweifelt an seiner Schuld. Welche Rolle spielt Tom Stilton in der Sache?