Wenn dir das hier gefiel …
Der blaue Pomander
Key Facts
Kritik
Manchmal nimmt einen ein Buch einfach sofort gefangen, und genau das passiert mit „Der blaue Pomander“ von Sophie Oliver. Die Mischung aus knackigem Historien-Krimi und einer Prise Mystery sorgt für die perfekte Portion Spannung, die einen durch die Seiten fliegen lässt.
Die Geschichte startet in London 1896: Eine berüchtigte Mörderin sitzt auf der letzten Bahn, doch kurz vor ihrem Prozess wirft sie eine rätselhafte Legende in den Raum – den blauen Pomander, ein antiker Duftbehälter mit angeblichen Heilkräften. Witzigerweise darf man sich anfangs kaum entscheiden, ob das nun ein prüfender Blick in die Psyche einer Verurteilten ist oder ein echtes, mystisches Objekt, das sich auf seinen großen Auftritt vorbereitet. Die Ermittler nehmen die Spur nach Salzburg, wo nicht nur die Jagd nach dem Pomander, sondern auch ein gefährlicher Gegenspieler für ordentlich Nervenkitzel sorgt.
Was mir besonders gefallen hat, sind die Charaktere: kein schnöder Einheitsbrei, sondern facettenreich und überraschend lebendig für einen historischen Roman. Die Mischung aus Gentleman-Detektiven und der düsteren Atmosphäre des ausklingenden Kaiserreichs ist wunderbar ausbalanciert. Sophie Olivers Schreibstil ist dabei angenehm frisch – klar, nicht zu verkopft, trotzdem mit feinem Gespür für Details. Man merkt, dass hier jemand mit Liebe zum Setting schreibt, ohne den Erzählfluss zu bremsen. Ach, und die kleinen historischen Einblicke reichen genau aus, um zu neugierig zu machen, ohne zu überfordern.
Kritisch? Nun ja, an manchen Stellen hätte das Tempo gern noch eine Spur zulegen dürfen, manchmal hatte ich das Gefühl, dass ein paar Wiederholungen die Spannung kurz ausgebremst haben. Aber das ist wirklich Meckern auf hohem Niveau.
Wer also Lust auf eine spannende Zeitreise mit intelligentem Plottwist, sympathischen Ermittlern und einem Hauch geheimer Alchemie hat, der sollte hier blind zugreifen. „Der blaue Pomander“ ist kein historischer Roman zum Einschlafen, sondern ein flotter, unterhaltsamer Pageturner mit Herz und Hirn.
4.5 von 5 Sternen – rundum empfehlenswert für alle, die Historienkrimis mit einer Prise Mystery mögen!
Klappentext
Um der Sache auf den Grund zu gehen, reisen die Ermittler nach Salzburg, ins Kaiserreich Österreich-Ungarn. Sie stellen rasch fest, dass sie auf der Suche nach der Kostbarkeit nicht allein sind, sondern von einem Konkurrenten verfolgt werden, der auch vor Mord nicht zurückschreckt. Als ihnen der geheimnisvolle Unbekannte immer näher kommt, wird die Lage brenzlig.