Wenn dir das hier gefiel …
Das Mädchen, das sieht
Key Facts
Kritik
Manchmal stolpert man über ein Buch, das einen sofort in seinen Bann zieht – so ging es mir mit „Das Mädchen, das sieht“ von Dima Zales. Kaum beginnen wir mit Sasha Urban, einer selbstbewussten Illusionistin, die sich mehr vor Scheinwerfern als vor übernatürlichen Wesen fürchtet, zieht die Geschichte euch mitten in eine Welt voller Überraschungen und unerwarteter Wendungen.
Sasha ist keine gewöhnliche Heldin – sie ist charmant, clever und hat diesen unverwechselbaren Trotz, den man einfach mögen muss. Die Handlung bringt uns auf eine wilde Fahrt durch eine Realität, in der Vampire und Zombies plötzlich durchaus üblich sind, was oft recht skurril und herrlich unterhaltsam ist. Wie sie versucht, im TV-Business Fuß zu fassen, während ihre Welt aus den Fugen gerät, ist ein reizvoller Mix aus Chaos und Selbstfindung.
Der Schreibstil von Dima Zales ist flott und erfrischend – keine lange Oberflächlichkeit, sondern schnell erzählt, mit genau der richtigen Prise Humor und Spannung. Klar, ab und zu gibt es Textstellen, die etwas wirr wirken – besonders wenn man versucht, den Überblick über all die fantastische Wesen und plötzlichen Ereignisse zu behalten –, aber das schmälert die Leseerfahrung kaum. Es fühlt sich an, als wäre man live dabei, wenn die verrückte Mischung aus Illusion, Realität und übernatürlichem Wahnsinn zum Leben erwacht.
Was mich vor allem überzeugt hat, ist die sympathische Hauptfigur, mit der man mitfiebert, die gelegentlich auch Zweifel hat und nicht die perfekte Heldin spielt – das macht Sasha besonders menschlich und nahbar. Die Mischung aus Fantasy und einem kleinen bisschen Showbiz-Kosmos sorgt für eine wunderbar bunte Atmosphäre, die Spaß macht und neugierig auf mehr.
Mein einziger kleiner Kritikpunkt: Manchmal hätte die Geschichte ein bisschen mehr Struktur vertragen können, um die vielen Elemente noch besser zu bündeln. Aber hey, das verzeiht man gern, wenn das Gesamtpaket so stimmig ist.
Wer also Lust hat auf eine moderne Fantasy-Geschichte mit einer Protagonistin, die mehr Köpfchen als Magie in die Waagschale wirft und dabei ordentlich für Wirbel sorgt, sollte „Das Mädchen, das sieht“ unbedingt eine Chance geben. Für alle, die gern mal querbeet durch fantastische Welten mit einem Augenzwinkern reisen, ist das genau das Richtige.
4,5 von 5 Sternen – weil es Spaß macht, ein bisschen frech ist und man Sasha einfach nicht so schnell vergisst.
Klappentext
Im Fernsehen aufzutreten, soll meine Karriere vorantreiben, aber die Dinge laufen schief.
Schief, wie Vampire und Zombies, die irgendwie fehl am Platz sind.
Mein Name ist Sasha Urban, und so habe ich erfahren, was ich bin.