Wenn dir das hier gefiel …
Brave New World
Key Facts
Kritik
„Brave New World“ schmeißt dich direkt in eine Welt, die so perfekt durchgestylt und gleichzeitig unfassbar beklemmend ist, dass man beim Lesen ständig zwischen Faszination und Unwohlsein hin- und hergerissen ist. Aldous Huxley hat hier eine Gesellschaft entworfen, in der Technik und Kontrolle so weit gehen, dass Individualität praktisch abgeschafft wurde – und das alles auf eine ziemlich subtile, aber erschreckend real wirkende Art.
Das Buch begleitet einige Figuren in dieser futuristischen Gesellschaft, die alle irgendwie darauf programmiert sind, glücklich zu sein – oder zumindest so zu tun. Dazwischen ragt ein Protagonist heraus, der kritisch nachfragt, die perfekte Fassade in Zweifel zieht und damit für ordentlich Spannung sorgt. Besonders spannend fand ich, wie Huxley schon in den 30ern mit Themen wie genetischer Manipulation, Massenkontrolle und Konsumzwang jongliert hat – Sachen, die heute erschreckend aktuell wirken. Der Stil ist dabei klar und zugänglich, ohne in trockene Theorie abzudriften, was das Buch überraschend flott und gut lesbar macht.
Was mich aber manchmal etwas genervt hat: Die Charaktere bleiben teilweise ein bisschen blass, fast wie Schachfiguren in einem übergeordneten Spiel. Wer also auf tief emotional verwobene Persönlichkeiten hofft, könnte hier etwas enttäuscht werden. Außerdem braucht man ein bisschen Geduld mit den philosophischen Passagen, die einen mitunter ins Grübeln bringen – aber für Fanatiker gesellschaftlicher Dystopien ist das natürlich ein Plus.
Kurz gesagt: Wenn du auf Gesellschaftskritik stehst, gepaart mit einer clever konstruierten Zukunftsvision, die einen zum Nachdenken bringt und dich stellenweise auch richtig packt, dann ist „Brave New World“ definitiv etwas für dich. Wer dagegen lieber eine emotionale Achterbahnfahrt mit starken Charakterentwicklungen sucht, sollte sich bewusst sein, dass dieses Buch eher auf der intellektuellen Ebene punktet.
4 von 5 Sternen – ein echter Klassiker, der seinen Platz in der Dystopie-Literatur zurecht hat.
Klappentext
In 1999, the Modern Library ranked Brave New World at number 5 on its list of the 100 best English-language novels of the 20th century. In 2003, Robert McCrum, writing for The Observer, included Brave New World chronologically at number 53 in "the top 100 greatest novels of all time", and the novel was listed at number 87 on The Big Read survey by the BBC.