Wenn dir das hier gefiel …
Stay away from Gretchen
Key Facts
Kritik
Manchmal erwischt dich ein Buch genau in dem Moment, in dem du etwas zu lesen brauchst, das dich packt und nicht mehr loslässt – „Stay away from Gretchen“ ist genau so ein Fall. Susanne Abel schafft es mit ihrem Debüt, eine Geschichte über Liebe, Erinnerung und Vergessen zu erzählen, die einem direkt mitten ins Herz trifft, ohne dabei kitschig oder erdrückend zu wirken.
Im Mittelpunkt steht Tom, ein Nachrichtenmoderator aus Köln, der sich plötzlich mit der Demenz seiner Mutter Greta konfrontiert sieht. Doch gerade durch diese vermeintliche Schwäche öffnet Greta eine Schatzkiste ihrer Vergangenheit: von der Kindheit in Ostpreußen, Flucht, Verlust und einer Liebe, die so ungewöhnlich war, dass sie Jahrzehnte im Schatten blieb. Die Erzählung springt zwischen Gegenwart und Erinnerungen, lässt uns teilhaben an den kleinen und großen Momenten, die das Leben dieser Mutter und ihres Sohnes formen. Die Figuren sind authentisch und liebevoll gezeichnet, vor allem Greta – eine Frau, die trotz allem Stärke zeigt und deren Geschichte langsam Stück für Stück aufblüht.
Was mir besonders gefällt, ist Abels klarer, dabei aber sehr einfühlsamer Schreibstil. Sie schreibt mit einer Leichtigkeit, die auch schwere Themen wie Rassismus und Nachkriegsdeutschland zugänglich macht, ohne je zu verharmlosen. Beim Lesen habe ich oft mitgelitten, mitgelacht und sogar Tränen verdrückt – das packt einen! Gleichzeitig hat das Buch diesen ganz besonderen Nerv, das einen immer wieder zum Nachdenken anregt, ohne belehrend zu wirken.
Kritisch gesehen könnte man sagen, dass das Ende vielleicht nicht alle Erwartungen gleich stark erfüllt, aber ehrlich: Das schmälert den Gesamteindruck kaum. Die Geschichte bleibt im Kopf, regt an und bietet eine ganz besondere Balance zwischen Unterhaltung und tiefer emotionaler Wirkung.
Kurz gesagt: Wenn ihr Lust auf einen Familienroman habt, der auf kluge Weise Geschichte lebendig werden lässt und dabei nie den Fokus auf echte Gefühle verliert, ist „Stay away from Gretchen“ eure Wahl. Ein Buch, das man nicht einfach so weglegt – sondern mitnimmt.
5 von 5 Sternen.
Klappentext
Eine große Liebe in düsteren Zeiten
Ein aufsehenerregendes Debüt und ein generationenübergreifender Familienroman.
Der bekannte Kölner Nachrichtenmoderator Tom Monderath macht sich Sorgen um seine 84-jährige Mutter Greta, die immer mehr vergisst. Als die Diagnose Demenz im Raum steht, ist Tom entsetzt. Bis die Krankheit seiner Mutter zu einem Geschenk wird: Erstmals erzählt Greta aus ihrem Leben – von ihrer Kindheit in Ostpreußen, den geliebten Großeltern, der Flucht vor den russischen Soldaten im eisigen Winter und ihrer Zeit im besetzten Heidelberg. Als Tom jedoch auf das Foto eines kleinen Mädchens mit dunkler Haut stößt, verstummt Greta. Zum ersten Mal beginnt Tom, sich eingehender mit der Vergangenheit seiner Mutter zu befassen. Nicht nur, um endlich ihre Traurigkeit zu verstehen. Es geht auch um sein eigenes Glück.
Nichts ist für immer vergessen – Susanne Abel schreibt hochemotional, klug und einfühlsam
»Ein spannender Roman zu einem wichtigen, vergessenen Thema.« Elke Heidenreich in ›WDR 4 Buchtipps‹
»Dieser gut konstruierte Roman (…) erinnert daran, wie lang der Weg aus einem von Rassismus und Bigotterie geprägten Nachkriegsdeutschland war und welche Wegstrecke zu einer gerechteren Gesellschaft noch vor uns liegt.« Denis Scheck, ARD Druckfrisch
Alle Bände der ›Gretchen‹-Reihe:
Band 1: Stay away from Gretchen – Eine unmögliche Liebe
Band 2: Was ich nie gesagt habe – Gretchens Schicksalsfamilie
Lesen Sie auch »Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104«, den berührenden neuen Roman von Susanne Abel über die lebenslange Liebe zweier Heimkinder.