Wenn dir das hier gefiel …
Mörderische Brise - Der Tote am Sandstrand
Key Facts
Kritik
Manchmal zieht ein Buch einen so schnell in seinen Bann, dass man mitfiebert, ohne es wirklich zu wollen – genau so ging es mir mit „Mörderische Brise - Der Tote am Sandstrand“. Kommissarin Hannah Bülow, frisch verwitwet und auf der Suche nach einem Neuanfang, kehrt in ihre Heimat Ostersande zurück, nur um direkt in einen Fall hineingezogen zu werden, der mehr als nur die Gegenwart belastet. Ein ermordeter Psychiater am Strand, eine mysteriöse Notiz und ein dunkles Geheimnis aus dem Sommer 1993 geben dem Krimi eine aufregende, aber auch sehr persönliche Tiefe.
Hannah ist eine Figur, die mich sofort eingenommen hat – nicht nur wegen ihrer Verletzlichkeit, sondern auch ihrer knallharten Entschlossenheit. Ihre Beziehung zu Constanze, der alten Freundin und Chefin bei der Polizei, bringt eine schöne Dynamik in die Geschichte, die mich oft schmunzeln ließ. Der Schreibstil von Ohlandt und Wielpütz ist flüssig, detailreich und fühlt sich nah an, ohne zu überladen zu wirken. Die Atmosphäre an der Wismarer Bucht spürt man förmlich, als würde die steife Brise einem um die Nase wehen.
Was mir besonders gut gefallen hat, ist die Kombination aus Gegenwart und Rückblicken auf das damalige Bootsunglück – das sorgt für Spannung und verwebt Vergangenheit und Gegenwart zu einem dichten Netz, aus dem man nicht mehr entkommt. Ein kleiner Wermutstropfen: Manchmal haben sich Szenen ein wenig gezogen und hätten für mein Empfinden gerne etwas knackiger sein können.
Wer auf der Suche nach einem Krimi ist, der nicht nur Rätsel, sondern auch Emotionen und gut ausgearbeitete Charaktere bietet, ist hier genau richtig. „Mörderische Brise“ ist eine Lektüre, die nachhallt, weil sie mehr als einen spannenden Mord erzählt – sie erzählt von Verlust, Freundschaft und den Schatten unserer Vergangenheit.
4.5 von 5 Sternen – ein Krimi, der Lust auf mehr macht und perfekt für alle ist, die Spannung mit Herz wollen.