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Die sardische Hochzeit – Die Verlobte
Key Facts
Kritik
„Die sardische Hochzeit – Die Verlobte“ von Grit Landau: Krieg, Liebe und ein Neuanfang auf Sardinien
Kaum habe ich die ersten Seiten von „Die sardische Hochzeit – Die Verlobte“ aufgeschlagen, war ich sofort mittendrin im Italien von 1919 – rau, emotional und voller unerwarteter Wendungen. Grit Landau schafft es, ohne viel Schnickschnack eine Stimmung zu erzeugen, die einen sofort packt und nicht mehr loslässt.
Im Zentrum steht Leo Lanteri, ein Kriegsheimkehrer, der mit den inneren Narben seiner Zeit an der Front kämpft. Sein Zuhause an der italienischen Riviera ist eigentlich ein Ort der Liebe und Hoffnung, aber Leo bringt eine gefährliche Unruhe mit – seine verletzten Gefühle und sein Jähzorn setzen alles auf den Kopf. Besonders seine junge Schwester Mafalda, die ihn schützen will, und seine Verlobte Silvia, die sich in schwerer Zeit anders orientiert, zeigen die komplexen Familienvernetzungen und die riesigen Herausforderungen nach dem Krieg.
Was mir an Grit Landaus Stil besonders gut gefallen hat: Die Sprache ist direkt und lebendig, ohne gekünstelt zu wirken. Man merkt, wie viel Herzblut in der detailreichen Schilderung Sardiniens und des Italien jener Jahre steckt. Das Setting ist wirklich ein Gewinn – wer Lust hat auf eine ordentliche Portion italienisches Flair mit authentischem Zeitkolorit, wird hier bestens bedient.
Klar, ein bisschen mehr Tiefgang bei den Nebenfiguren hätte ich mir gewünscht, und manche Wendungen kommen etwas abrupt – aber das tut dem Lesevergnügen keinen großen Abbruch. Insgesamt bleibt das Buch dabei überraschend bodenständig, ohne sich in Dramatik zu verlieren.
Für alle, die historische Romane mit familiären Verstrickungen und einer Prise Italien-Romantik mögen, ist „Die sardische Hochzeit – Die Verlobte“ definitiv einen Blick wert. Und ehrlich gesagt hat es bei mir genau das ausgelöst, was gute Geschichten eben sollten: Flucht in eine andere Zeit und das Gefühl, als Leser:in mitzufiebern.
Mein Fazit: Ein spannender Auftakt, der neugierig auf die weitere Geschichte macht – emotional, nahbar und mit einer schönen Prise sardischem Flair.
4 von 5 Sternen
Klappentext
Ostersonntag 1919 in Sant'Amato: Leo Lanteri, ein Veteran der Isonzo-Schlachten und Erbe einer Olivenplantage an der italienischen Riviera, kehrt fünf Monate nach Kriegsende endlich heim. Jetzt wird alles gut, freut sich seine Familie, allen voran Leos jüngere Schwester Mafalda.
Doch schon bald wird deutlich, dass Leo durch seine Erlebnisse an der Front schwer belastet ist: Er stößt die, die ihn lieben, vor den Kopf, terrorisiert sie mit seinem Jähzorn. Er bricht mit seiner Verlobten Silvia und gerät, als sich diese mit dem Jungfaschisten Farina tröstet, mit dessen Schlägerfreunden von der örtlichen squadra aneinander.
Vergeblich versucht Mafalda, ihren Bruder vor sich selbst zu schützen.
Und so nimmt das Verhängnis in Sant'Amato seinen Lauf, bis in einer folgenschweren Nacht die Dinge eskalieren und Leo schnellstens untertauchen muss. Du brauchst ein Versteck, sagt sein Vater und schickt ihn mit dem nächstmöglichen Fährdampfer gen Süden.
Doch muss dieses Versteck ausgerechnet Sardinien sein? Und wie lange kann man sich dort vor der Welt verbergen?