Wenn dir das hier gefiel …
Kater Tammo und der Tote an der Kaimauer: Ostfrieslandkrimi
Key Facts
Kritik
Wer hätte gedacht, dass ein Kater so viel detektivisches Gespür haben kann? „Kater Tammo und der Tote an der Kaimauer“ zieht einen sofort in die ruhigen, herbstlichen Gassen von Emden, nur um dann ordentlich Staub aufzuwirbeln. Tammo, der charmante Vierbeiner mit einem ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit, stolpert gemeinsam mit Cornelius, dem sympathischen Postboten, in eine Geschichte, die mehr verbirgt, als es auf den ersten Blick scheint. Ein toter Hausmeister auf dem Spielplatz und ein Geheimnis, das tief in den Kellern der Deichschule schlummert – das klingt nicht nur spannend, sondern auch irgendwie familientauglich.
Der größte Pluspunkt des Buches ist definitiv die Kombination aus Humor und Cleverness. Tammos Perspektive sorgt für tolle Einblicke, die Atmosphäre ist bodenständig und nahbar. Die Figuren sind liebevoll gezeichnet, besonders die Katzenbande bringt den nötigen Pep in die Ermittlungen. Conny Waldens Schreibstil ist dabei herrlich unaufgeregt, überrascht aber mit eingängigen Dialogen und kleinen Seitenhieben auf das ostfriesische Milieu, die den Krimi erheblich auflockern.
Natürlich darf man von so einem cozy Ostfrieslandkrimi keine nervenaufreibenden Thriller-Elemente erwarten – dem Tempo und der Dramaturgie fehlt manchmal ein bisschen der letzte Kick. Hier und da wird es etwas vorhersehbar und die Auflösung wirkt ein wenig zu glatt gewaschen. Aber mal ehrlich: Für einen entspannten Nachmittag mit spannender Unterhaltung reicht das allemal.
Wer also Lust auf einen leichten, sympathischen Krimi hat, der sowohl Katzenfans als auch Freunde regionaler Ambiance anspricht, der sollte Tammo definitiv eine Chance geben. Ein Buch, das man gern auf dem Sofa mit einer Tasse Tee und eben einem Stubentiger auf dem Schoß genießt.
4 von 5 Sternen – charmant, clever und genau das richtige Maß an Spannung für zwischendurch.