Wenn dir das hier gefiel …
SYLTKRIMI Inselgrab
Key Facts
Kritik
Kaum hat man die ersten Seiten von „SYLTKRIMI Inselgrab“ aufgeschlagen, fühlt man sich sofort mitten drin – im kühlen Wind, dem salzigen Duft der Nordsee und dem unberechenbaren Flair der Insel Sylt. Krinke Rehberg nimmt uns mit auf eine spannende Reise, bei der Hauptkommissarin Bente Brodersen mit ihrer friesischen Sturheit und ihrem untrüglichen Spürsinn ermittelt.
Die Geschichte startet mit einem scheinbaren Suizid: Ein Mann springt bei einer Ausflugsfahrt über Bord, vor den Augen von fast fünfzig Zeugen. Doch je tiefer Bente in den Fall eintaucht, desto mehr verstrickt sich das Geschehen in ein Netz aus Geheimnissen rund um teuren Wein und verborgene Wahrheiten. Und wenn dann auch noch ihre Tochter Anka auf der Bildfläche erscheint – mit einer Rolle, die nicht ganz klar ist und einem schwelenden Mutter-Tochter-Konflikt – wird die Atmosphäre richtig spannend.
Besonders angenehm ist der lebendige und dennoch unaufgeregte Schreibstil von Rehberg, der einen regelrecht die raue See spüren lässt, ohne dabei ins Klischeehafte abzudriften. Bente als Hauptfigur ist nicht einfach nur eine Ermittlerin, sondern eine Persönlichkeit mit Ecken und Kanten, die man gern begleitet – auch wenn ihre Beziehung zu Anka teils für nervenaufreibende Momente sorgt.
Klar, manches Detail hätte etwas präziser ausgearbeitet sein können, und das Erzähltempo schwankt gelegentlich etwas. Das lässt sich allerdings leicht verschmerzen, weil die Unwägbarkeiten der Insel und die menschlichen Dramen so gut eingefangen sind, dass man gerne an Bord bleibt.
Wer Sylt, Seeluft und ordentlich Spannung mag, gleichzeitig Lust auf ein authentisches Ermittlerteam und ein paar überraschende Wendungen hat, wird „SYLTKRIMI Inselgrab“ lieben. Für alle, die es lieber ruhig und ohne Gedöns mögen, könnte die Kombination aus Familienkonflikten und einem komplexen Fall etwas viel sein – aber gerade das macht den Reiz aus.
Insgesamt ein gelungener Küstenkrimi mit sympathischer Hauptfigur und dieser ganz eigenen Sylt-Atmosphäre, die zum Verlieben einlädt.
4 von 5 Sternen – ein starker Tipp für alle, die auf norddeutsche Krimis mit Herz und Seele stehen.