Wenn dir das hier gefiel …
Pause
Key Facts
Kritik
Manchmal braucht es eben genau diese eine Pause, um wieder klarzukommen – und Lena Kupkes „Pause“ zeigt das auf so ehrliche und ungekünstelte Weise, dass man sich sofort mittendrin fühlt. Hanna, die nach einem persönlichen Schicksalsschlag von Berlin zurück in ihr Elternhaus zieht, ist keine Heldin mit perfekten Antworten, sondern eine Frau, die sich ihrer schwierigen Vergangenheit und familiären Verstrickungen stellen muss.
Die Geschichte nimmt dich mit in ein dichtes Geflecht aus Emotionen und familiären Dynamiken, die man so vermutlich von jedem kennt – nur hier eben ganz unverblümt und mit Witz erzählt. Hanna ist wunderbar authentisch, ihr Auf und Ab in den Gedanken und Gefühlen spürt man fast körperlich. Der Schreibstil ist dabei angenehm leicht, dabei aber nie oberflächlich; Lena Kupke trifft die richtige Balance zwischen Tiefgang und Lesefluss, sodass man das Buch kaum aus der Hand legen möchte.
Was ich besonders geschätzt habe: Die Mischung aus Wärme, Humor und dieser ehrlichen Verletzlichkeit, die Kupke in jedem Kapitel mitschwingen lässt. Man bekommt das Gefühl, dass hier jemand genau weiß, wie komplex Familie sein kann – mit all den unausgesprochenen Konflikten und der Sehnsucht nach Nähe. Ein bisschen schade fand ich, dass manche Nebenfiguren etwas blass bleiben, da hätte ich mir noch mehr Facetten gewünscht. Aber hey, das tut dem Gesamtbild keinen großen Abbruch.
Wenn du Lust auf eine Geschichte hast, die nah an der Realität bleibt, mit Herz und einer Portion trockenem Humor, dann ist „Pause“ genau richtig. Perfekt für alle, die Bücher mögen, die Mut machen und dabei nicht in Kitsch versinken.
Unterm Strich: 4 von 5 Sternen. Ein warmes, ehrliches Buch, das zum Nachdenken einlädt und zeigt, wie wichtig es ist, sich selbst und seiner Familie mit ein bisschen Geduld zu begegnen.
Klappentext
Nach einem einschneidenden Erlebnis zieht Hanna Hals über Kopf von Berlin in ihre alte Heimat Lüneburg zurück – zu ihren Eltern, in ihr altes Kinderzimmer, das mittlerweile das Büro ihres Vaters ist, samt Drucker, elektrischen Rollos und 90 cm Gästebett. Doch wie soll das funktionieren: ein Familienalltag von null auf hundert mit drei erwachsenen Menschen, die seit jeher Konflikte lieber unter den Teppich kehren, als sie zu klären? Zwischen alten und frischen Wunden muss Hanna lernen, sich selbst zu heilen und ihre Familie mit anderen Augen zu sehen. Und sie entdeckt, dass einen die Liebe auch in den in den hilflosesten Momenten findet …
Ein warmherziges, zart-witziges und ehrliches Buch über Momente am Boden und den langen Weg zur Verarbeitung von Schicksalsschlägen.