Wenn dir das hier gefiel …
Der Taucher
Key Facts
Kritik
Manchmal trifft ein Buch genau den richtigen Nerv, und „Der Taucher“ von Mathijs Deen ist genau so ein Fall. Dieses Buch hat mich sofort gepackt – nicht nur wegen des spannenden Fundes eines längst vergessenen Wracks, sondern vor allem durch die ungewöhnliche Mischung aus Mystery, familiären Verstrickungen und authentischem Regionalflair an der Nordseeküste.
Die Geschichte fängt spannend an: Auf der Suche nach wertvollem Kupfer entdeckt die Besatzung der Freyja nicht nur einen millionenschweren Schatz, sondern auch eine Leiche, gefesselt und mit Handschellen an das Wrack gekettet – und die Schlüssel liegen nah genug, um einen wahren Wettlauf gegen die Zeit und gegen menschliche Abgründe zu entfachen. Kommissar Liewe Cupido, der „Holländer“ mit seinen Wurzeln zwischen Deutschland und Texel, ist eine tolle Hauptfigur, die sowohl ecken als auch viel Herz hat. Denn hinter der kriminalistischen Brillanz steckt ein Mensch, der die familiären Konflikte, die sich in diesem Fall auftun, mit viel Fingerspitzengefühl angeht.
Mathijs Deens Schreibstil ist flüssig, unaufgeregt und trotzdem so bildhaft, dass man fast die salzige Brise der Nordsee riechen kann. Die Kombination aus authentischen Schauplätzen, spannender Handlung und tiefen Einblicken in die Charaktere macht das Lesen zu einem echten Vergnügen. Da gibt’s keine überflüssigen Schnörkel, sondern eine klare Erzählung, die trotzdem Raum für Emotionen lässt.
Ein kleiner Wermutstropfen: Manche Nebenhandlungen ziehen sich etwas und wirken stellenweise ein bisschen zu ausführlich – gerade bei einer so dichten Geschichte hätte ich mir hier ein bisschen mehr Tempo gewünscht. Aber das tut dem Lesevergnügen kaum Abbruch, denn die Spannung und die sympathischen Figuren ziehen einen schnell wieder rein.
Kurz und knapp: Wer Lust auf einen Krimi mit maritimem Flair, cleveren Wendungen und einer Prise Familien-Drama hat, der ist mit „Der Taucher“ bestens beraten. Eine sehr unterhaltsame Lektüre, die man nicht mehr so schnell aus der Hand legt. Von mir gibt’s dafür solide 4.5 von 5 Sternen.