Wenn dir das hier gefiel …
Die Tochter des Gutsverwalters
Key Facts
Kritik
Manchmal braucht es gar nicht mehr als eine einzige Geschichte, um mitten ins Herz zu treffen – „Die Tochter des Gutsverwalters“ schafft genau das, allerdings mit ein paar kleinen Stolpersteinen. Brigitte Pasini erzählt hier eine bewegende Vorgeschichte zur deutsch-italienischen Familiensaga „Bella Stella“, die zwischen Deutschland und Italien zur Zeit des Ersten Weltkriegs spielt. Wir begleiten Stella, die Tochter eines Gutsverwalters, die inmitten der Kriegswirren versucht, ihren Platz und ihre Liebe zu Carsten zu finden. Parallel dazu erleben wir Lorenzos schwere Kindheit in der italienischen Romagna und seine unerwartete Begegnung mit Giuseppina.
Die Figuren sind liebevoll ausgearbeitet, vor allem Stella hat mir mit ihrer Mischung aus Stärke und Verwundbarkeit richtig gut gefallen. Man spürt förmlich die Atmosphäre der Zeit und die Last, die jeder Einzelne auf seinen Schultern trägt. Pasinis Schreibstil ist dabei angenehm flüssig und unaufgeregt – genau richtig, um sich auf das Schicksal der Charaktere einzulassen, ohne dabei in Kitsch abzudriften. Besonders gelungen finde ich, wie die Autorin die kontrastreichen Lebenswelten Deutschlands und Italiens miteinander verwebt.
Allerdings: Das Buch ist inhaltlich definitiv eine Einladung zum Weiterlesen, weniger ein abgeschlossener Roman. Die Geschichte endet ziemlich abrupt und lässt viele Fragen offen – was natürlich absichtlich ist, aber für Leser:innen, die ein eigenständiges Werk erwarten, durchaus frustrierend sein kann. Wer sich mit einer kurzen Leseprobe zufrieden gibt und neugierig auf den Folgeband „Bella Stella“ ist, wird hier gut bedient. Für sich allein genommen bleibt das Buch aber etwas zu fragmentarisch und wirkt eher wie ein starker Appetithappen.
Kurz gesagt: Wenn ihr Lust habt auf eine emotional stimmige Vorgeschichte voller historischer Details und Liebesgeschichten vor dramatischem Hintergrund, ist „Die Tochter des Gutsverwalters“ ein netter Einstieg. Allerdings solltet ihr wissen, dass die eigentliche Hauptgeschichte erst mit „Bella Stella“ beginnt – hier gibt’s zwar nicht die volle Portion, aber einen vielversprechenden Vorgeschmack. Von mir gibt’s dafür solide 3 von 5 Sternen.
Klappentext
Holstein, 1918: Als Tochter des Verwalters von Gut Friederkamp hatte Stella eine behütete Kindheit. Die meiste Zeit verbrachte sie bei Mamsell Florentine in der Küche. Doch seit vier Jahren herrscht Krieg. Die Männer sind an der Front, die Frauen kämpfen um den Erhalt des Betriebs. Stellas einziger Lichtblick ist Carsten, der Sohn des Gutsbesitzers. Aber gibt es in diesen düsteren Zeiten überhaupt eine Chance für ihre Liebe?
Romagna, Italien: Seitdem seine Eltern die Trattoria aufgeben mussten, herrscht bittere Armut in Lorenzos Familie. Er wird sich bald wie sein Vater als Landarbeiter verdingen müssen. Eine Zukunft sieht er für sich hier nicht. Doch dann begegnet er Giuseppina, der Tochter eines ehrgeizigen Kaufmanns. Ihr Anblick lässt sein Herz höher schlagen. Aber er ahnt nicht, dass er seine große Liebe schon bald zurücklassen muss.
Das E-Book enthält eine Leseprobe des Romans «Bella Stella. Eine deutsch-italienische Familiensaga».