Wenn dir das hier gefiel …
Der große Sommer
Key Facts
Kritik
Manchmal kommt ein Buch daher und trifft dich mitten ins Herz – „Der große Sommer“ von Ewald Arenz ist genau so eins. Frieder, unser Protagonist, hat eigentlich kein Bock auf den Sommer, der vor ihm liegt: Nachprüfungen in Mathe und Latein machen ihm den Familienurlaub unmöglich. Statt Sonne, Strand und guter Laune bleibt nur die strenge Aufsicht seines Großvaters. Klingt erstmal öde, oder? Aber keine Chance – da sind Alma, Johann und Beate, das Mädchen im flaschengrünen Badeanzug, die diesen Sommer zu etwas ganz Besonderem machen.
Die Geschichte ist ein herrlich ehrliches Puzzle aus Freundschaft, Angst, Liebe und dem unweigerlichen Schatten des Abschieds. Arenz erzählt das so klug und mit so viel Wärme, dass du sofort mittendrin bist – der Schreibstil fließt locker, ohne an Tiefe zu verlieren. Besonders toll fand ich, wie die Figuren lebendig werden: Frieder ist genau die Art von Teenager, die du entweder selbst warst oder gerne gewesen wärst, mit all den Unsicherheiten und diesem unstillbaren Drang nach Freiheit.
Klar, mitunter könnten die abschweifenden Gedankengänge etwas knackiger sein – ab und zu hat man das Gefühl, man taucht zu tief in den verträumten Geist ein und wünscht sich kleinere Atempausen. Aber eigentlich passt das genau zur Stimmung und macht das Buch authentisch. Es ist kein hektischer Sommer-Roman, sondern eher eine Einladung zum Verweilen und Nachdenken.
Wer also Lust auf eine bittersüße Coming-of-Age-Geschichte hat, die ohne Kitsch auskommt und trotzdem berührt, der liegt hier goldrichtig. „Der große Sommer“ lässt dich fühlen, als stündest du selbst barfuß im kühlen Gras, den Sommer auf der Haut spürend und weißt: Solche Momente sind kostbar und prägen für immer.
4,5 von 5 Sternen – ein Buch, das lange nachhallt und vor allem eines ist: nah am Leben.
Klappentext
Hellsichtig, klug und stets beglückend erzählt Ewald Arenz von den Momenten, die uns für immer verändern.