Wenn dir das hier gefiel …
Faust: Der Tragoedie Zweiter Teil
Key Facts
Kritik
„Faust: Der Tragoedie Zweiter Teil“ ist wie eine intellektuelle Achterbahnfahrt durch Goethes wahres Meisterwerk – nur nicht unbedingt das, was man nebenbei mal eben durchliest. Die Handlung entführt uns weit weg vom Drama des ersten Teils, hinein in eine komplexe Welt voller Mythologie, Politik und philosophischer Gedankenspiele. Faust bewegt sich diesmal viel weniger zwischen Gretchen und dem Pakt mit Mephisto, sondern trifft auf antike Gestalten und strebt nach einer Art Erlösung, die deutlich über persönliche Schicksale hinausgeht.
Die Figuren wirken hier fast schon mythisch und schwer greifbar, das klassische Faustsche Drama weicht einer fast fragmentarischen Erzählung – nicht unbedingt etwas für Liebhaber klarer Handlungen, sondern eher für jene, die Spaß daran haben, sich durch verschlungene Gedankenwelten zu wühlen. Goethes Sprache ist hochpoetisch, anspruchsvoll – und ja, oft sehr komplex. Wer sich auf diese Herausforderung einlässt, wird mit einem Werk belohnt, das noch jahrhundertelang nachhallt. Auch wenn man sich manches Mal wünscht, es wäre ein bisschen zugänglicher.
Was ich allerdings nicht unerwähnt lassen kann: Die Ausgabe, die mir vorlag, hat durch eine seltsam uneinheitliche Rechtschreibung den Lesefluss wirklich gestört. Es scheint, als hätte jemand versucht, die alte und neue Rechtschreibung zu mixen – oft an den komplett falschen Stellen. Für ein Werk, das sowieso schon Anspruch hat, ist das ärgerlich und raubt unnötig Konzentration. Auch der Sprung zwischen Themen und Stilen verlangt Durchhaltevermögen (oder zumindest eine Schwäche für literarische Rätsel).
Kurz gesagt: Wenn du Lust auf einen literarischen Brocken hast, der mit Philosophie, Mythologie und einer Prise Historie angereichert ist, dann kann Faust II ein spannendes Abenteuer sein. Für alle anderen – entnervt euch nicht zu sehr. Ich vergebe 2 von 5 Sternen, hauptsächlich wegen der schweren Zugänglichkeit und der unschönen Rechtschreibung, die gerade bei so einem Klassiker wirklich weh tut.
Klappentext
Nur ein Teil des Faust I wird direkt an die Legende von Johann Faust, die zumindest zu Beginn des 16. Jahrhunderts zurückgeht bezogene (also älter als Marlowe Spiel). Die "Gretchen" -PLOT, obwohl jetzt die weit bekannte Episode der Faust-Legende, war Goethes eigene Erfindung. In Faust II, die Legende (zumindest in einer Version aus dem 18. Jahrhundert, die zu Goethes Aufmerksamkeit kam) bereits Fausts Ehe mit Helen und eine Begegnung mit einem Kaiser enthalten. Aber sicherlich Goethe beschäftigt sich mit der legendären Material sehr frei in beiden Teilen.