Wenn dir das hier gefiel …
Im Schatten des Sommers
Key Facts
Kritik
Manchmal braucht es nur einen einzigen Anruf, um die Schatten der Vergangenheit ans Licht zu zerren – genau so startet „Im Schatten des Sommers“ von Silke Ziegler. Die Mischung aus nervenaufreibendem Kriminalfall und zart gesponnener Liebesgeschichte vor der traumhaften Kulisse Südfrankreichs hat mich sofort gepackt.
Sophia Mildner wird plötzlich mit der Frage konfrontiert, was damals wirklich mit ihrer Familie passiert ist. Die Spannung wächst, als sie sich auf den Weg nach Argelès-sur-Mer macht, wo Vergangenheit und Gegenwart aufeinandertreffen. Neben der packenden Suche nach der Wahrheit entwickelt sich eine komplexe Beziehung zu Nicolas Rousseau, der Ermittler mit ein paar Ecken und Kanten. Die Figuren sind nicht nur authentisch, sondern haben genau die richtige Mischung aus Tiefe und Unvollkommenheit, die ich liebe. Besonders schön fand ich, wie Ziegler die Landschaft und Atmosphäre so lebendig einfängt, dass man beim Lesen fast die salzige Meeresluft spüren kann – das macht das Eintauchen in die Geschichte einfach rund.
Der Schreibstil ist lässig und fließt locker, ohne an Tiefe zu verlieren. Zwischendurch musste ich schmunzeln, weil die Dialoge richtig gut sitzen und die Charaktere lebendig machen. Ein kleiner Kritikpunkt: Manche Passagen sind ein bisschen vorhersehbar, gerade im Bereich der Liebesgeschichte. Das hat mir aber nicht den Lesespaß verdorben, eher für ein bisschen „Ach, na klar“-Momente gesorgt.
Wer Krimis mit Herz, südfranzösisches Flair und Figuren mag, die mehrdimensional sind, wird hier sicher seinen Spaß haben. „Im Schatten des Sommers“ ist keine seichte Unterhaltung, aber auch kein schwerer Brocken – genau richtig für ein paar spannende Lesestunden.
4,5 von 5 Sternen – weil ich mich gut unterhalten gefühlt habe und nur kleine Schönheitsfehler den Gesamteindruck trüben. Definitiv eine Empfehlung für alle, die gerne mitfiebern und sich auch mal aufs Gefühl einlassen wollen.
Klappentext
Sophia Mildner erhält einen Anruf der französischen Polizei. Völlig unerwartet hat sich eine neue Spur ergeben, die das ungeklärte Verschwinden ihrer Eltern und ihres kleinen Bruders vor über zwei Jahrzehnten endlich aufklären könnte. Bei einem Autounfall ist ein bislang nicht identifizierter Mann schwer verletzt worden. Der Unbekannte hat tiefe Schnittwunden am Oberkörper. Er trägt ein altes Foto bei sich: Die Frau darauf ist niemand anderes als Sophias Mutter. Was ist dem Fremden widerfahren? Und in welcher Verbindung steht er zu der verschwundenen Familie?
Sophia bricht ins idyllische Argelès-sur-Mer an der südfranzösischen Küste auf – und gerät sofort in Streit mit dem ermittelnden Polizisten Nicolas Rousseau. Dabei verbindet die beiden mehr, als sie am Anfang ahnen …