Wenn dir das hier gefiel …
Portugiesisches Fieber
Key Facts
Kritik
Schon nach den ersten Seiten spürt man das pulsierende Herz Lissabons – Luis Sellano hat mit „Portugiesisches Fieber“ ein Buch geschrieben, das einen förmlich in die engen, lebendigen Gassen und in die Seele des Fado zieht. Hier geht es nicht nur um eine spannende Suche nach einer verschwundenen Fado-Sängerin, sondern um eine ganze Kultur, die auf dem Spiel steht. José Pavão, der unbeugsame Wächter der Fadotradition, zieht einen sofort in seinen Bann, genau wie die Ermittler Henrik Falkner und Helena Gomes, die jede Ecke der Stadt durchforsten und dabei immer tiefer in ein Geflecht aus Intrigen und Machtspielen eintauchen.
Was mir besonders gefallen hat, ist Sellanos fast liebevoller Blick auf den Fado, der als Metapher für das Ringen zwischen Tradition und Moderne fungiert – keine trockene Kulturveranstaltung, sondern echtes Leben, mit all seinen Widersprüchen. Der Stil liest sich flüssig, gerade so, dass man das Gefühl hat, beim Erkunden der Stadt live dabei zu sein, ohne von zu viel Erzählung erdrückt zu werden. Zwischendurch mochte ich die kurzen, fast beiläufigen Einwürfe, die ein bisschen Humor und Leichtigkeit reinbringen – nötig bei einem so ernsten Thema.
Kritisch gesehen: Manche Wendungen hätten für meinen Geschmack noch ein wenig mehr Überraschung vertragen. Und manchmal schien die politische Dimension etwas zu überladen, was das Tempo bremste. Aber hey, das schadet dem Gesamtbild nicht wirklich, denn gerade die Mischung aus Spannung, Atmosphäre und emotionaler Tiefe macht das Buch aus.
Kurzum: Wer Lust auf einen Krimi hat, der nicht nur mit einem Fall, sondern auch mit Herz und Seele erzählt, der ist hier genau richtig. „Portugiesisches Fieber“ bringt Spannung, Melancholie und einen Hauch portugiesische Lebenslust zusammen. Von mir gibt es solide 4 von 5 Sternen. Ein Buch, das man gerne in der Hand behält – und das man sich für den nächsten verregneten Abend vormerken sollte.
Klappentext
Man sagt, der Fado sei Portugals Seele. Lissabon ist dieser Tage in Aufruhr, das große Fado-Festival Santa Casa beginnt bald. Doch nicht alle sind in freudiger Erwartung, denn die Tradition ist im Umbruch. José Pavão, leidenschaftlicher und unbeugsamer Verfechter des ursprünglichen Fados kämpft gegen alles, was die jahrhundertealte Kunst gefährdet. Dann geschieht das Unfassbare: Die gefeierte Sängerin Dária Vale verschwindet spurlos. Henrik Falkner, ehemaliger Polizist mit einem Faible für ungelöste Rätsel und Kommissarin Helena Gomes stürzen sich in die Ermittlungen. In den verwinkelten Gassen Lissabons stoßen die beiden stoßen auf politische Intrigen, gefährliche Machtspiele und eine Verschwörung, die weit über die Musik hinausreicht. Die Zeit läuft. Können sie Dária finden und das Festival retten, bevor Lissabon seine Seele verliert?