Wenn dir das hier gefiel …
Alle lieben Dandelion, aber sie ist tot
Key Facts
Kritik
Manchmal stolpert man über ein Buch, das einen sofort packt, ohne viel Tamtam zu machen – „Alle lieben Dandelion, aber sie ist tot“ von Rosie Storey gehört definitiv dazu. Die Geschichte um Poppy, die nach dem Tod ihrer Schwester in eine Welt aus Lügen und Erinnerungen eintaucht, ist herzzerreißend und gleichzeitig voller zarter Hoffnung. Da sitzt man plötzlich mittendrin, fühlt den Schmerz, aber auch den Mut, den Poppy aufbringt, um ihrer Schwester nahe zu bleiben – und das nicht ohne ein bisschen Chaos und ganz viel Herz.
Poppy ist eine Figur, die man schnell ins Herz schließt: verletzlich, ehrlich und mit einer Portion frechem Mut, die beim Lesen immer mal wieder für ein Schmunzeln sorgt. Dass sie sich ausgerechnet an Dandelions Geburtstag auf eine kleine Identitätsgeschichte einlässt, macht die Lage turbulent und spannend. Jake, der zufällige Funke im Spiel, bringt eine Prise Romantik und Wärme in den Mix, ohne kitschig zu wirken. Der Schreibstil von Rosie Storey strahlt dabei eine wunderbare Leichtigkeit aus, die sich nicht in endlosen Beschreibungen verliert, sondern direkt zu den Gefühlen vordringt – ehrlich, nahbar und mit genau dem richtigen Maß an Humor.
So sympathisch die Figuren und die Idee auch sind, manchmal hätte ich mir gewünscht, die Geschichte würde hier und da etwas tiefer gehen. Einige Wendungen wirken ein wenig vorhersehbar, und man spürt, dass es ein Debüt ist, das noch mit ein paar mehr Ecken und Kanten gewinnen könnte. Trotzdem bleibt das Buch angenehm frisch und macht vor allem Lust auf mehr von dieser Autorin.
Wer also Lust auf eine emotionale, aber nicht zu schwere Geschichte hat, die sich um Verlust, Liebe und das Leben danach dreht, wird hier auf jeden Fall gut bedient. „Alle lieben Dandelion, aber sie ist tot“ ist kein dramatisches Meisterwerk, aber ein kleines Juwel, das mit viel Gefühl und Humor berührt.
4 von 5 Sternen – für alle, die sich auf eine sanfte Achterbahnfahrt der Gefühle einlassen möchten, ohne dabei in Tränendrüsenromantik zu schlittern. Ein Buch, das man mit einem Lächeln und einem berührten Herzen zuklappt.
Klappentext
Sieben Monate nach dem Tod ihrer Schwester Dandelion ist Poppys Welt noch immer aus dem Gleichgewicht geraten. Da stößt sie auf dem Smartphone ihrer Schwester auf die Nachricht eines Mannes namens Jake, gibt sich kurz entschlossen als ihre wilde große Schwester aus und verabredet sich mit ihm. Ausgerechnet an Dandelion vierzigstem Geburtstag. Doch nur ein Mal will sie so mutig sein wie Dandelion – und ihr dadurch nah sein.
»Es war ihr nicht wie ein Zufall vorgekommen, eher wie eine Intervention ihrer Schwester. Im Bad hatte Poppy mit ihrem Spiegelbild über den ethischen Aspekt ihres Vorhabens debattiert und sich auf Folgendes geeinigt: Es war nur für eine Nacht. Es war nur eine Eskapade anlässlich des Geburtstags ihrer Schwester. Nur für eine Nacht wollte Poppy Dandelion sein.«
Eine Lüge leben. Eine Lüge lieben?
Für Poppy und Jake ist es Liebe auf den ersten Blick. Jeder Moment mit Jake fühlt sich echt, schön und richtig an – obwohl alles auf einer Lüge basiert.
»Wenn Poppy die Geschichte von Anfang an erzählen würde – dann würde Jake vielleicht verstehen, dass nicht alle Lügen schrecklich sind. Dass sie manchmal ein Weg sind, um der Wahrheit näher zu kommen. Manchmal braucht man Lügen, um zu überleben.«
Als die Grenzen zwischen Trauer und Liebe verschwimmen, steht Poppy vor einer schweren Entscheidung: Soll sie die Erinnerung an Dandelion durch Lügen aufrechterhalten oder alles für ihr eigenes Glück riskieren?
›Alle lieben Dandelion, aber sie ist tot‹ ist ein einfühlsamer und gleichzeitig humorvoller Debütroman über zwei ungleiche Schwestern, Liebe, Trauer und den Mut, nach einem schlimmen Verlust wieder zu leben und Hoffnung zu finden.
»Dieser Roman lässt sich kaum aus der Hand legen … Unbedingt lesen.« Cosmopolitan