Wenn dir das hier gefiel …
Real Americans
Key Facts
Kritik
Manchmal fängt ein Buch genau in dem Moment an zu leben, in dem du denkst: „Hey, hier passiert was.“ So ging es mir mit Real Americans von Rachel Khong. Die Geschichte nimmt dich mit auf eine Reise durch Zeit, Herkunft und Identität – und das alles vor der pulsierenden Kulisse von New York City an der Jahrtausendwende.
Im Mittelpunkt steht Lily Chen, eine junge Frau mit Wurzeln in China, die in der Hipster-Medienwelt der Stadt versucht, ihren Platz zu finden. Ihre Begegnung mit Matthew, dem wohlhabenden Erben eines Pharmaimperiums, bringt zwei Welten zusammen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Jahrzehnte später folgen wir Lilys Sohn Nick, der auf einer abgeschiedenen Insel lebt und sich auf die Suche nach Antworten macht – und dabei längst vergessen geglaubte Geheimnisse entdeckt. Khong schafft es, mit einem einfachen, aber kraftvollen Stil das Gefühl von Zugehörigkeit und das Ringen um Identität greifbar zu machen. Ihre Figuren sind dabei keineswegs Klischees, sondern unterschiedlich, vielschichtig und absolut liebenswert.
Was mir besonders gefallen hat: Dieses Buch ist nicht nur ein Familiendrama, sondern auch ein tiefgründiger Blick auf die Frage, was uns wirklich ausmacht. Khong benutzt keinen aufgesetzten literarischen Ton, sondern erzählt locker und dennoch mit viel Herz – da fühlt man sich irgendwie direkt mittendrin. Ein bisschen hat mich aber überrascht, wie manche Nebenhandlungen etwas mehr ausgebaut hätten werden können; an manchen Stellen hätte ich gern noch tiefer gebuddelt, statt nur an der Oberfläche zu kratzen. Trotzdem hat das den Lesefluss kaum gebremst.
Für alle, die auf moderne Familiendramen stehen und dabei nicht auf irgendein x-beliebiges Coming-of-Age setzen wollen, ist Real Americans definitiv eine Empfehlung. Es ist eines dieser Bücher, das man nicht einfach nur liest, sondern in das man eintaucht.
4,5 von 5 Sternen – ein echtes Highlight, das zum Nachdenken einlädt und einfach Spaß macht beim Lesen.
Klappentext
Der große Bestseller aus den USA – so ein Buch gibt es nur alle zehn Jahre! Ein Sommer in New York, der alles verändert. Ein Sohn auf der Suche nach seiner Herkunft. Und die große Frage: Was macht uns zu dem, was wir sind? Sie werden dieses Buch nicht aus der Hand legen können.
New York City, Silvester 1999. Lily Chen ist 22, Tochter chinesischer Einwanderer und unbezahlte Praktikantin in einem hippen Medienunternehmen. Als sie Matthew trifft – charmant, privilegiert, Erbe eines Pharmaimperiums –, verliebt sie sich. Zwei Welten prallen aufeinander. Und doch scheint alles möglich.
21 Jahre später lebt Lilys Sohn Nick mit ihr auf einer abgelegenen Insel. Er spürt: Etwas fehlt. Als er nach seinem Vater sucht, stößt er auf Geheimnisse, die alles verändern – nicht nur für ihn.