Wenn dir das hier gefiel …
Der Schock
Key Facts
Kritik
Kaum hat man „Der Schock“ von Marc Raabe aufgeschlagen, zieht einen die Geschichte sofort in ihren Bann – dieses Prickeln, wenn man spürt, dass gleich etwas richtig Düsteres passiert. Und ja, genau das bekommt man hier: eine Geschichte, die unter die Haut geht und einen bis zur letzten Seite nicht loslässt.
Die Handlung spielt sich zwischen der malerischen Côte d’Azur und dem tristen Berlin ab, wo Jan, der verzweifelte Freund, versucht, das Rätsel um das mysteriöse Verschwinden seiner Partnerin Laura zu lösen. Das Ganze fühlt sich an wie ein düsterer Albtraum, der langsam immer mehr Konturen annimmt, bis man selbst kaum noch weiß, wem man trauen kann. Laura und Jan sind dabei keine blassen Figuren, sondern fühlen sich richtig echt an – insbesondere Jans Zerrissenheit und seine unbändige Suche nach Wahrheit sind grandios herausgearbeitet. Der Stil von Raabe ist schnörkellos und treibt die Spannung stetig voran, ohne sich in unnötigen Details zu verlieren. Man spürt förmlich die bedrückende Atmosphäre, die sich wie ein dichter Nebel über alles legt.
Was mich besonders begeistert hat: Raabe schafft es, das Unglaubliche so glaubhaft zu erzählen, dass man immer wieder denkt: „Klar, das könnte genau so passieren!“ Klar, ein bisschen hanebüchen ist die Story an einigen Stellen schon, das hat auch ein Rezensent aus der Community bemerkt. Aber gerade diese überdrehte Komponente macht den Reiz aus. Ein kompaktes Nervenkitzel-Erlebnis, das mir an mancher Stelle fast schon zu schnell vorwärts preschte – ein paar Ausflüge in die Charaktertiefe mehr hätten nicht geschadet.
Wer Lust auf einen Thriller hat, der nicht nur durch die Handlung, sondern auch durch Emotionen und Nervenkitzel überzeugt, ist hier genau richtig. „Der Schock“ ist nichts für Zartbesaitete, bringt aber ordentlichen Lesespaß und spannende Stunden mit sich. Für Fans von düsteren, intensiven Geschichten ein klarer Tipp.
Vier Sterne, weil mir der Stoff an manchen Ecken etwas zu „Hollywood“ war, aber in der Summe macht das Buch richtig Laune und sorgt definitiv für schlaflose Nächte – so wie versprochen!