Wenn dir das hier gefiel …
Vergeltung
Key Facts
Kritik
Direkt beim ersten Kapitel spürt man die kühle, raue Atmosphäre Nordschwedens, die Karin Smirnoff in „Vergeltung“ großartig einfängt. Die Sonne kehrt zurück, doch die menschlichen Abgründe bleiben dunkel – und genau da setzt die Geschichte an. Im achten Band der Millennium-Reihe geht es um mehr als nur einen Krimi: Eine kleine Stadt kämpft gegen die Ausbeutung ihrer Natur und Menschen, während sich Aktivist:innen um Lisbeth Salanders Nichte Svala für den Schutz ihres Landes einsetzen. Gleichzeitig wirbelt Mikael Blomkvist mit seinem neuen Job bei der Gasskaser Zeitung Staub auf – und Lisbeth bringt ihr typisches unerschrockenes Temperament in die Suche nach einem vermissten Freund ein.
Lisbeth und Svala sind die klaren Highlights: zwei starke, unabhängige Frauen, die auf ihre ganz eigene Art kämpfen und verbinden, was sie bewegt. Smirnoffs Schreibstil ist schnörkellos, knackig und trotzdem voller Details, die man miterleben will. Man fühlt mit, wenn es mal ruhiger wird, und boom – in der nächsten Szene knallt es ordentlich. Das Tempo ist meist fein austariert, auch wenn der Fokus manchmal etwas zu sehr auf der Umweltaktivismus-Seite liegt, was die Spannung gelegentlich leicht drosselt.
Was mir besonders gut gefallen hat: Die Verknüpfung von sozialen Themen mit Thriller-Elementen, ohne je in Klischees abzurutschen. Lisa Smirnoff bringt frischen Wind in die bekannten Figuren, lässt sie weiterwachsen – das ist nahbar und authentisch. Einzig die komplexen Verflechtungen am Ende verlangen ein wenig Aufmerksamkeit, manche Passagen bleiben für meinen Geschmack etwas sperrig.
Wer Lust auf einen düsteren, nordischen Thriller mit Herz, Haltung und einer ordentlichen Portion Gerechtigkeitssinn hat, wird hier gut bedient. Für alle, die perfekte Hochspannung und nonstop Action erwarten, könnte es hier und da etwas ruhiger zugehen. Mein persönliches Fazit: Ein solider, spannender Krimi, der die richtige Balance zwischen Tiefgang und Spannung hält – und gerade wegen seiner echten Figuren und der Atmosphäre überzeugt.
3,5 von 5 Sternen – ein Tipp für alle, die Krimis mit Kopf, Charakter und nordischem Flair mögen.
Klappentext
Langsam kehrt die Sonne in den Norden Schwedens zurück, doch die Lage in der kleinen Stadt Gasskas ist düster: Die Bodenschätze der Region werden ohne Rücksicht auf Land und Leute ausgebeutet. Eine Gruppe von Aktivisten, denen sich auch Lisbeth Salanders Nichte Svala anschließt, will verhindern, dass der stillgelegte Tagebau zu neuem Leben erweckt wird. Doch für ihre Vision eines Bergbauimperiums scheuen gnadenlose Unternehmer auch vor Mord nicht zurück. Während Mikael Blomkvist einen neuen Job bei der Gasskaser Zeitung antritt, sucht Lisbeth mit seiner Hilfe nach ihrem verschwundenen Freund, dem Hacker Plague. Als die Fäden zusammenlaufen, erkennt Salander, dass jemand es eigentlich auf sie und Svala abgesehen hat. Und rüstet zum Kampf gegen alte und neue Gegner.
"Frisch, furchtlos, nah an den Vorgängern und trotzdem originell. Eine der weltweit erfolgreichsten Krimireihen könnte nicht in besseren Händen sein. Ich bin ein Fan." Chris Whitaker