Wenn dir das hier gefiel …
Niemand wird sie finden
Key Facts
Kritik
Kaum habe ich „Niemand wird sie finden“ von Robert Gold aufgeschlagen, hat mich die Geschichte sofort gepackt – dieses zähe Gefühl, wenn etwas nicht stimmt, obwohl alle so tun, als sei alles in Ordnung. Genau so beginnt die Story: Ein ganz normaler Abend, eine Party, und schon bald spürt man, dass da mehr im Verborgenen schlummert, als es den Anschein hat.
Ben Harper, der hartnäckige Journalist, wird in einen verworrenen Fall hineingezogen, als seine Chefin plötzlich verschwindet. Was mich besonders fasziniert hat, ist, wie Robert Gold es schafft, die Spannung langsam, aber sicher aufzubauen, ohne gleich mit Aktion zu überladen. Die Hauptfiguren, vor allem Ben und Dani Cash, sind keine eindimensionalen Helden – sie haben Ecken, Kanten und eine glaubwürdige menschliche Tiefe, die einen wirklich mitnimmt. Der Stil des Buchs ist flüssig und bildhaft, dabei aber nie aufgesetzt oder überladen. Man fliegt quasi durch die Kapitel und will unbedingt wissen, wie es weitergeht.
Ein kleiner Kritikpunkt: Stellenweise hätten ein paar der Wendungen noch etwas überraschender sein können, da man als geübte Thriller-Leserin manchmal ahnt, worauf es hinausläuft. Trotzdem hat das den Lesefluss nur minimal gebremst. Was mir auch gefallen hat, ist das leise Nachdenken über Schuld und Wahrheit, das sich wie ein roter Faden durch die Story zieht – ohne dabei belehrend oder schwerfällig zu wirken.
Wer Lust auf einen intelligenten, gut konstruierten Thriller mit einer Prise Realität und echten Charakteren hat, ist bei „Niemand wird sie finden“ genau richtig. Für alle, die sich nicht mit seichter Kost zufriedengeben wollen und gern miträtseln, bevor der letzte Vorhang fällt.
Ich gebe klare 4 von 5 Sternen – ein solides, spannendes Leseerlebnis, das man nicht so schnell vergisst.
Klappentext
An einem kalten Februarabend geht der Journalist Ben Harper auf die Geburtstagsfeier eines Kollegen. Während alle ausgelassen feiern, wirkt Bens Chefin Madeline Wilson seltsam angespannt. Als sie die Feier verlässt, beobachtet Ben, wie sie zu jemandem ins Auto steigt. Am nächsten Morgen ist sie spurlos verschwunden. Als Ben herausfindet, dass kurz vor ihrem Verschwinden genau der Mann aus dem Gefängnis entlassen wurde, dessen spektakuläre Verurteilung vor zehn Jahren Madelines Karriere begründet hat, weiß er, dass er schnell handeln muss: Denn der damalige Fall schien immer zu schnell gelöst, und Madelines Leben ist bald nicht mehr das einzige, das auf dem Spiel steht ...