Wenn dir das hier gefiel …
Melodie der neuen Welt - Auftakt in New York
Key Facts
Kritik
Manchmal braucht es genau solche Geschichten, die einem das Gefühl geben, mittendrin zu sein – in einer Mischung aus hitziger Großstadtatmosphäre, Familiengeheimnissen und dem süßen Klang eines Klaviers. „Melodie der neuen Welt - Auftakt in New York“ von Susanne Popp bringt einen mit auf eine emotionale Reise durch Zeiten und Generationen, bei der man fast die Tastenbrett-Atmosphäre spüren kann.
Die Handlung springt zwischen 1850 und 1925 hin und her, verfolgt dabei den Werdegang der Familie Steinway: von der Ankunft in New York, den harten Anfangsjahren in engen Mietskasernen im deutschen Viertel bis hin zum Einzug in die Prachtviertel der Stadt und dem internationalen Erfolg der Steinway-Klaviere. Besonders spannend ist, wie Popp die beiden Hauptfiguren, Doretta und ihre Urenkelin Florence, mit Leben füllt. Doretta kämpft sich mit eiserner Willenskraft als Klavierlehrerin durch, während Florence viel später auf Familiengeheimnisse stößt, die ihr eigenes Ich infrage stellen. Ein gelungener Mix aus historischer Familienchronik und persönlicher Suche – da wird’s niemals langweilig.
Susanne Popps Schreibstil ist angenehm leicht und flüssig, sodass man schnell in den Sog der Geschichte gerät. Es wird nicht zu dick aufgetragen, aber genug Herz und Details sind drin, um Atmosphäre zu schaffen. Besonders gefallen haben mir die authentischen Beschreibungen der Zeit und der Musik: Man merkt, da steckt viel Recherche und Liebe fürs Detail drin. Ab und zu hätte ich mir zwar ein bisschen mehr Tempo und vielleicht ein paar knackigere Wendungen gewünscht – gerade im Vorderen Teil zieht sich die Story manchmal etwas in die Länge. Trotzdem merkt man, wie sehr die Autorin ihre Figuren mag und das macht viel wett.
Wer also Lust auf ein Familienepos hat, in dem Musik, Traditionen und der amerikanische Traum aufeinandertreffen, der findet hier genau das Richtige. All jene, die es temporeicher oder dramatischer brauchen, könnten sich vielleicht eher langweilen. Mich hat „Melodie der neuen Welt“ jedenfalls berührt und neugierig auf weitere Teile der Saga gemacht.
Ein solides Stück Literatur mit Herz und Seele, das ich mit 4 von 5 Sternen belohne. Perfekt für alle, die gern in vergangene Zeiten abtauchen, Familiengeschichten mögen und die sanften Klänge eines Klaviers nicht nur hören, sondern fast schon fühlen wollen.
Klappentext
1850: Dorettas Familie hat schon in Deutschland Klaviere gebaut. Jetzt wagt sie den Sprung nach New York. Trotz harter Arbeit ist der Anfang schwer in den Mietskasernen des deutschen Viertels, aber Doretta findet als Klavierlehrerin Eingang in die Prachthäuser der Reichen. Instrumente von Steinway & Sons werden zum »Must-have« der New Yorker Gesellschaft.
1925: Dorettas Urenkelin Florence begibt sich auf die Suche nach den deutschen Wurzeln ihrer Familie und stößt dabei auf Schweigen und Geheimnisse, die sie sich nicht erklären kann. Wie einst Doretta vor fünfundsiebzig Jahren fragt auch sie sich, wer sie wirklich ist und wo sie ihr Glück finden kann.
Steinway & Sons und die deutsche Familie, die dahinter steht: der mitreißende Roman von der Bestseller-Autorin der »Ronnefeld-Saga«.