Wenn dir das hier gefiel …
Ostfriesenzorn
Key Facts
Kritik
Manchmal greifst du zu einem Buch, weil du einfach mal abschalten willst – und plötzlich sitzt du bis spät in die Nacht mit klopfendem Herzen da. Genau so geht's einem bei „Ostfriesenzorn“ von Klaus-Peter Wolf. Eigentlich soll Kommissarin Ann Kathrin Klaasen Urlaub machen, die Ruhe in den Dünen genießen. Doch stattdessen findet sie sich in einem perfiden Katz-und-Maus-Spiel mit einem Serienkiller wieder, der nicht nur sie, sondern gleich mehrere Frauen ins Visier genommen hat. Spannung pur von der ersten Seite an!
Ann Kathrin ist die Art Ermittlerin, die man sich wünscht: tough, klug, aber mit genug Ecken und Kanten, um nicht langweilig zu wirken. Besonders spannend wird es, als ihr ein ehemaliger Häftling zur Seite steht – Dr. Bernhard Sommerfeldt. Hier mischt sich nicht nur Nervenkitzel, sondern auch eine moralisch verworrene Frage: Darf man einem verurteilten Mörder vertrauen, wenn es darum geht, weitere Leben zu retten? Das macht die Geschichte vielschichtig und gibt dem Krimi eine ganz eigene Note.
Wolf schreibt gewohnt lebendig und greifbar, man spürt fast die salzige Meeresluft und hört das Rauschen der Wellen. Seine Art, Charaktere mit Tiefe zu versehen, sorgt dafür, dass man nicht nur miträt, sondern die Figuren richtiggehend ins Herz schließt – oder sie zumindest genuin spannend findet. Allerdings gibt es kleine Längen, die das Tempo manchmal etwas herausnehmen, was in einem Krimi mit dieser Dynamik ein wenig schade ist. Doch das tut dem Gesamtgenuss keinen großen Abbruch.
Wer auf gute, atmosphärische Nordsee-Krimis steht, bei denen nicht nur die Ermittlungen, sondern auch die inneren Konflikte der Figuren im Fokus stehen, sollte hier unbedingt zugreifen. Es gibt genug Spannung, überraschende Wendungen und Charaktere, die noch lange im Gedächtnis bleiben.
Kurz gesagt: „Ostfriesenzorn“ macht Lust auf Meer – und auf die nächsten Fälle von Ann Kathrin Klaasen. Von mir gibt’s starke 4 von 5 Sternen.
Klappentext
Sie will Urlaub machen auf Langeoog und in den Dünen entspannen. Doch ihr Schicksal ist längst besiegelt. Denn der Mörder weiß genau, wo er sie am Abend finden und ihr den Weg in die Ewigkeit zeigen wird. Astrid Thoben ist das erste Opfer eines Serientäters, der noch weitere Frauen im Visier hat.
Bei ihren Ermittlungen erhält Ann Kathrin Klaasen unerwartet Hilfe von einem alten Bekannten aus dem Knast: Dr. Bernhard Sommerfeldt. Der Mörder wolle ihm beweisen, dass er der Geschicktere sei. Eine Finte, um aus dem Gefängnis zu kommen? Oder ein ehrliches Hilfsangebot? Für Ann Kathrin stellt sich eine hoch moralische Frage: Kann sie die Hilfe eines verurteilten Mörders annehmen, um Leben zu retten?
»Ein begnadeter Erzähler und genialer Schreiber, der seinen Figuren wunderbar Tiefe verleiht.«
Rolf Kiesendahl/Sylvia Lukassen/WAZ