Wenn dir das hier gefiel …
Alle Farben des Meeres
Key Facts
Kritik
Kaum hat man die ersten Seiten von „Alle Farben des Meeres“ aufgeschlagen, fühlt man sich direkt an die raue, frische Nordseeküste versetzt – Salonfähig oder glatt? Ganz und gar nicht. Katja Haase zieht uns mitten hinein in Sophias turbulentes Leben, das genauso ungestüm und ehrlich ist wie das Meer selbst.
Sophia, Anfang fünfzig, steht genau an diesem Punkt, an dem man eigentlich dachte, das Chaos sich langsam lichtet. Doch weit gefehlt: Der erwachsene Sohn Migo zieht nach einer gescheiterten Ausbildung und mit gebrochenem Herzen wieder bei ihr ein, die Mutter lässt aus Kroatien grüßen und mischt sich kräftig ein, und dann gibt es da diesen Pfleger Pawel, der mit seinem sanften Wesen direkt für Herzklopfen sorgt. Haase beschreibt mit viel Herzblut und Humor die kleinen und großen Dramen einer Frau, die mitten im Leben noch einmal ganz von vorne anfangen will – und dabei nicht nur das Meer, sondern auch ihre eigenen Farben neu entdeckt.
Die Figuren sind herrlich lebendig und nahbar gezeichnet, ganz ohne Kitsch, und gerade Sophias ehrliche Reaktionen machen sie ungemein sympathisch. Das Zusammenspiel aus alltäglichem Chaos und kleinen Glücksmomenten gestaltet Katjas Schreibstil locker und leichtfüßig, was das Buch zum perfekten Begleiter für entspannte Lesestunden macht. Okay, mitunter schleicht sich eine kleine Vorhersehbarkeit ein, und die Konflikte könnten hier und da etwas knackiger sein, aber das tut dem Lesefluss keinen Abbruch.
Wer Lust auf eine warmherzige Geschichte mit ganz viel norddeutschem Charme hat, die zeigt, dass Neuanfänge eben niemals zu spät kommen, liegt mit diesem Buch goldrichtig. Perfekt für alle, die das Leben nicht immer perfekt, aber immer mit Herz lieben.
4 von 5 Sternen – ein Buch, das man mit einem Seufzer zuklappt und dabei schon ein bisschen aufs nächste Mal hofft.
Klappentext
Für Sophia stehen alle Zeichen auf Neuanfang. Sohn Migo ist endlich aus dem Haus, und sie selbst beginnt mit Ende vierzig einen neuen Job als Pflegerin im Altenheim. Die Bewohner, eine bunte Truppe ostfriesischer Originale, wachsen ihr schnell ans Herz. Und dann ist da noch Pfleger Pawel, bei dessen sanftem Blick sie ganz weiche Knie bekommt. Doch gerade als Sophia glaubt, endlich ihr eigenes Glück an erste Stelle setzen zu können, will Migo wieder bei ihr einziehen. Er hat seine Ausbildung hingeschmissen, und er hat Liebeskummer. Kurz darauf steht auch noch Sophias Mutter Gordana aus Kroatien vor der Tür, mit der Sophia gar kein gutes Verhältnis hat, und will ihren Lebensabend bei ihrer Tochter verbringen. Natürlich beginnt Gordana sofort, sich gründlich in ihr Leben einzumischen. Sophia steckt plötzlich wieder bis zum Hals im Chaos. Aber vielleicht gibt es ja auch einen Umweg ins Glück?
Ein bewegender und humorvoller Roman über neue Anfänge, Liebe und Familie und über das Leben an der Nordseeküste