Wenn dir das hier gefiel …
Doppelspiel
Key Facts
Kritik
Kaum habe ich „Doppelspiel“ aufgeschlagen, hat mich die Verschmelzung von Fiktion und Realität regelrecht in den Bann gezogen – dieses Buch schreit förmlich danach, bis spät in die Nacht gelesen zu werden. Die Geschichte um den renommierten Krimiautor Tom Borg, der mit seiner Schreibblockade kämpft und plötzlich mitten in einem mörderischen Verwirrspiel landet, fühlt sich zum Greifen nah und unglaublich spannend an.
Arne Dahl, Jonas Moström und Kerstin Schöps schaffen es gemeinsam, einen düsteren, fast schon hypnotischen Schauplatz in einem zwielichtigen Stockholmer Club zu zeichnen, der ebenso beklemmend wie faszinierend wirkt. Tom ist kein typischer Held, eher ein verletzter Künstler, der verzweifelt versucht, Kontrolle über sein eigenes Leben und seine Geschichte zu gewinnen – was ihn als Figur besonders glaubwürdig und nahbar macht. Der Schreibstil ist dabei modern, schnörkellos und fesselnd, ohne sich in übertriebenen Krimi-Klischees zu verlieren. Ich mochte vor allem, wie die Grenzen zwischen Buchwelt und Realität immer mehr verschwimmen und man als Leserin selbst zum Teil des Rätsels wird.
Ein kleiner Kritikpunkt: An manchen Stellen wirkt die Handlung etwas konstruiert, und die Vielzahl der Perspektiven fordert gelegentlich ordentlich Konzentration. Für Leser, die es lieber linear mögen, könnte das etwas verwirrend sein. Trotzdem bietet „Doppelspiel“ genau die Spannung und Tiefe, die Krimifans im Herzen suchen.
Kurz gesagt: Wer Lust auf ein cleveres Spiel mit Realität und Fiktion hat, keine Angst vor psychologischer Tiefe mitbringt und Stockholm als Kulisse mag, sollte zugreifen. Ein Krimi, der eine ganz eigene Atmosphäre entfaltet und nicht so schnell aus dem Kopf geht.
Meine Bewertung: 4 von 5 Sternen.
Klappentext
Der renommierte Krimiautor Tom Borg kämpft mit einer schweren Schreibblockade. Nach dem Megaerfolg seiner Nordic-Noir-Trilogie kommt er über ein erstes Kapitel nicht hinaus. Auf der Suche nach Inspiration begibt er sich in einen zwielichtigen Club im Zentrum Stockholms und wird dabei Zeuge eines Mordes, der auf unheimliche Weise an den in seinem begonnenen Kriminalroman erinnert. Er gilt von nun an als Hauptverdächtiger, und schon bald wird Tom in ein tödliches Spiel verwickelt, bei dem Fiktion und Wirklichkeit verschwimmen. Es stellt sich die Frage: Wer kontrolliert eigentlich die Geschichte des Buches, an dem Tom arbeitet, und wer ist schuld, wenn dabei immer mehr Menschen ermordet werden ...